Sonntag | 21. April 2024
 
Mettmann  | 

Kinderarmut: „Ein ungelöstes Problem“

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Am Samstag findet ein großes Kinderfest zum.Weltkindertag statt. Das Motto: Jedes Kind braucht eine Zukunft. Der Kinderschutzbund Mettmann weist in diesem Zusammenhang auf den Anstieg von Kinderarmut auch in Mettmann hin.

In der UN-Kinderrechtskonvention ist die Vorrangstellung des Kindeswohls als Leitziel allen staatlichen und privaten Handelns festgeschrieben. Doch Kinderarmut nimmt zu und nicht ab, auch in Mettmann. 2016 zum Beispiel hat der Kinderschutzbund 1050 blaue Fähnchen für 1050 arme Kinder aufgestellt. Foto: TME

Im Rahmen des Weltkindertages wird am Samstag auf dem Königshofplatz groß gefeiert. Der Kinderschutzbund nimmt das zum Anlass, erneut auf die Problematik von Kinder- und Jugendarmut hinzuweisen. Denn; „Kinder- und Jugendarmut ist seit vielen Jahren ein ungelöstes Problem in Deutschland“, so der DKSB Mettmann.

Laut des aktuellem Armutsberichts sind 21,3 Prozent davon betroffen – das ist mehr als jedes fünfte Kind. Im Vergleich zum Vorjahr (952) ist die Zahl in Mettmann auf 1017 angestiegen (Quelle: Stadtverwaltung und Jobcenter). Aus der Ukraine geflüchtete Kinder sind hier nicht berücksichtigt – sie können SGB II-Leistungen über die Jobcenter beziehen.

„Insbesondere sind Kinder in alleinerziehenden wie auch Mehrkindfamilien betroffen. Die Folgen von Armut sind vielfältig: Mangels ausreichenden Wohnraums haben Kinder und Jugendliche weder einen Rückzugsort noch einen ruhigen Ort zum Lernen“, stellt der DKSB unter anderem fest. Betroffene seien seltener Mitglied in einem Verein, weil das Geld für den Vereinsbeitrag oder die Ausrüstung fehle „und somit die Erfahrung des sozialen Miteinanders in der Gruppe“. Auch nehmen sie weniger an Klassenfahrten oder Schüleraustausch teil. Hierfür seien Anträge für finanzielle Unterstützung bei Lehrern oder Trainern notwendig, bei denen Fragen über die Familienverhältnisse beantwortet werden müssen, die die Kinder nicht zu verantworten haben. „In der Folge entwickeln sie Strategien, dieses Schamgefühl zu umgehen zum Beispiel durch Krankmeldungen oder anderweitige Ausreden. Sie haben sehr feine Antennen für ihre Familiensituation, die zu Ausgrenzungen führt.“

„Das Thema Gewalt erstreckt sich leider über sämtliche Gesellschaftsschichten“, weist der Kinderschutzbund auf einen anderen Aspekt hin. Seit dem Jahr 2000 gibt es in Deutschland das Recht auf eine gewaltfreie Erziehung, die sich nicht im Verzicht auf körperliche Bestrafungen erschöpft, Demütigungen, Liebesentzug oder Herabsetzungen sind Formen der psychischen Gewalt. „Diese wird oftmals bagatellisiert oder gar nicht erst wahrgenommen. Für uns als Kinderschutzbund ist Gewaltfreiheit vorallem eine Frage der eigenen Haltung dem Kind gegenüber: Respektiere ich seine Würde und seine Rechte?“

Mit seinen Förderangeboten engagiert sich der Ortsverband Mettmann seit vielen Jahren im Bildungsbereich. Weitere wichtige Elemente sind die sozialpädagogische Gruppenarbeit wie auch die Elternarbeit. „Am Standort Städtische Notunterkunft Danziger Straße sind unsere Mitarbeiter durch ihre tägliche Anwesenheit oftmals Ansprechpartner auch für Bewohner der Notunterkunft; sie leisten Hilfestellung bei der Kommunikation mit Kitas, Schulen und Behörden, ermöglichen die Nutzung von Telefon und digitalen Medien.“

Zur Erfüllung dieses vielfältigen Aufgabenspektrums – ,,Jedes Kind braucht eine Zukunft“ – ist der Verein angewiesen auf Spenden wie auch auf ehrenamtliches Engagement im Förderbereich und im Vorstand. Interessierte sind jederzeit willkommen:  info@dksb-mettmann.de.


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