Freitag | 26. Februar 2021
 
Kurz notiert in Mettmann  | 

Leserbrief | Haushaltskonsolidierungen ja, aber nicht auf Kosten unserer Kinder!

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Marc Schellberg meint: "Einsparungen, die dem Wohlergehen, der Bildung und auch der Freizeitgestaltung von Kindern entgegenwirken, sind aus meiner Sicht nicht hinzunehmen."

Mettmann ist eine großartige Stadt und das ist auch der Grund, warum wir vor einigen Jahren hierhergezogen sind und uns hier auch sehr wohlfühlen. Nun hat die Stadt eine finanzielle Schieflage, die es anzugehen gilt. Das wird auch unpopuläre Entscheidungen mit sich bringen. Ein Rückhalt in der Bevölkerung ist hierbei sicherlich hilfreich, wofür zunächst ein Meinungsbild benötigt wird. Es gibt ja nun einige ganz konkrete Vorschläge und Anträge, was mich veranlasst meine persönliche Meinung beizusteuern.

Einsparungen, die dem Wohlergehen, der Bildung und auch der Freizeitgestaltung von Kindern entgegenwirken, sind aus meiner Sicht nicht hinzunehmen. Kinder leiden unter der aktuellen Situation genug und es wird ohnehin schwer, den Kindern das wiederzugeben, was ihnen in den letzten 12 Monaten verwehrt blieb.

Die Schließung der Musikschule (bzw. eine Reduzierung des Etas mit vergleichbarem Effekt) ernsthaft zu diskutieren ist eine Überschreitung meiner persönlichen roten Linie. Hier beobachte ich auch sehr genau die Positionierungen der unterschiedlichen Parteien. Als Vater von zwei Musikschulkindern weiß ich um den Wert der Musikschule. Begeisterung für Kultur, Durchhaltevermögen beim Lernen, Spaß am Musizieren in Gruppen, gegenseitiges „Beflügeln“ zu neuen Leistungen und damit verbundene Erfolgserlebnisse, sinnvolle Freizeitgestaltung, eine langfristige kulturelle Bereicherung unserer Stadt und nicht zuletzt entstehende Freundschaften sind für mich die Hauptargumente. Nicht wenige Kinder entwickeln in der Musik ein wunderbares Hobby, dass sie das ganze Leben begleitet. Das alles muss durch unsere Gesellschaft – und hier speziell durch die Kommune – unterstützt werden.

Ähnliche Gedanken habe ich bei der Stadtbibliothek. Ich bin froh, dass Mettmann eine Bücherei hat und meine Familie nutzt sie sehr intensiv. Ich bin froh, dass meine Kinder gut und gerne lesen und dass sie einen altersgerechten Fundus für neue Geschichten hier vor Ort in Mettmann finden. Sparen auf Kosten der Bildung unserer Kinder darf keine Option sein und wäre im wahrsten Sinne des Wortes ein Armutszeugnis! Das bitte ich Sie, liebe Frau Bürgermeisterin, liebe Ratsmitgliederinnen und Ratsmitglieder, bei allen Entscheidungen zu berücksichtigen.

Marc Schellberg, Mettmann


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