Dienstag | 5. März 2024
 
Mettmann  | 

(Nächsten-) Liebe geht durch den Magen

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Seit mittlerweile fünf Jahren unterstützt die Johanneskompanie der Sankt Sebastianus Schützenbrüderschaft den Tagestreff der Caritas-Wohnungslosenhilfe in Mettmann mit Spenden und Aktionen. Dazu gehört auch die Zubereitung eines kostenlosen Mittagessens für die Bedürftigen. Nach der Corona-Krise fand gestern die Mahlzeit erstmals wieder statt.

Kompaniechef Stefan Räker zeigt vollen Einsatz für das Mittagessen im Wohnungslosentreff

„Als gelernter Koch bedeutet die Herstellung des Mittagessens bei der Wohnungshilfe keine Herausforderung. Aber wir wollen auch eine Abwechslung bieten, die von den Gästen gerne angenommen wird“; berichtet Kompaniechef Stefan Räker, der mit seinem Schützenbruder Klaus Stickley das Team am Herd bildet. Trotzt einiger Routine, die Johanneskompanie lädt auch zum Grillen und zum Weihnachtsfest ein, kommen die beiden ins Schwitzen. Es gilt immerhin 20 Essen zu kochen und anzurichten.

Auf dem Speiseplan stehen Hähnchenschnitzel auf Schupfnudeln mit Frühlingsgemüse und Pestosauce. Dazu kommt als Dessert Käsekuchen im Glas mit Himbeeren. „Die Zustellung des Gerichts resultiert nicht allein aus meiner Laune, sondern nimmt auch Rücksicht auf verschiedene Geschmäcker und Zutatenvorschriften. Es soll nämlich allen munden. Alkohol ist dabei tabu“, betont Räker, der gekonnt die Nudeln mit dem Gemüse in einer großen Pfanne schwenkt. Ein Blick in den Backofen, wo die Hähnchnenschnitzel warm gehalten werden, zeigt, dass das Essen pünktlich auf den Tisch kommt. Derweil finden sich immer mehr Gäste ein, die von Florian Langfeld und Lilian Fischer begrüßt werden.

Die beiden Sozialarbeitenden leiten die Wohnungslosenhilfe. Von montags bis freitags bieten sie an der Lutterbeckerstraße den Mittagstisch an, den ehrenamtliche Kräfte betreuen. Zu uns kommen täglich bis zu 25 Menschen, die in prekären Wohnverhältnissen leben. Dazu zählen auch einiger Bewohner der nahe gelegenden Notunterkünfte“, erläutert Fischer. Der Treffpunkt finanziert sich aus Geld- und Sachspenden. Er ist aber mehr als eine Essensausgabe, denn das gemeinsame Mittagessen bedeutet Gespräche und ermöglicht Ratschläge sowie konkrete Hilfen für die häufig vereinsamten Bedürftigen, die an einem „normalen“ Gesellschaftsleben aus finanzieller Not nicht teilnehmen können.

Räker und Stickley befinden sich mittlerweile im Stress. Die Gerichte sollen nicht allein gut schmecken, sondern auch optisch überzeugen. Damit alles heiß auf den Tisch kommt, steigern sie die Geschwindigkeit. Die beiden sind zufrieden, denn das Essen sieht tatsächlich mit einigen weiteren Zutaten garniert einladend aus. Die zufriedenen Gesichter und das Lob der Gäste bestätigen ihr ehrenamtliches Engagement. Aber warum machen sie das? „Das wesentliche Element der christlichen Überzeugung ist die Nächstenliebe. Bekanntlich geht die Liebe auch durch den Magen“, lächeln die beiden Schützenbrüder schließlich.


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