Freitag | 23. Februar 2024
 
Mettmann  | 

Positive Reaktionen auf den „Masterplan Schulen“

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In der vergangenen Woche stellte die Verwaltung in einer gemeinsamen Sitzung des „Ausschuss für Schule und Bildung“ und des „Ausschuss für strategische Stadtplanung, Stadtentwicklung und Bauen“ den „Masterplan Schulen Mettmann“ vor. Gestern folgte eine Bürgerinformationsveranstaltung zum selben Thema. Sollte der Stadtrat dem Plan zustimmen, könnte man mit dessen Umsetzung beginnen. Es geht um etwa 171 Millionen Euro, die Mettmann in den kommenden Jahren in das Schulsystem investieren will.

Der „Masterplan Schulen“ stieß auf wenig Interesse. Neben zahlreichen Kommunalpolitikern kamen lediglich zwanzig Bürgerinnen und Bürger zum Info-Abend

„Ich bin etwas traurig, dass nicht viele Eltern den Weg zu unserem Informationsabend gefunden haben“, meinte Bürgermeisterin Sandra Pietschmann gestern Abend. Lediglich 20 Bürgerinnen und Bürger nutzten die Gelegenheit, um den „Masterplan Schulen“ kennen zu lernen. Den Rest des etwa 60-köpfigen Publikums bildeten Vertreterinnen und Vertreter aus der Politik und Verwaltung. Das war erstaunlich, denn die Schulplanung gehörte seit Jahren zu den umstrittenen Dauerthemen in der Stadt. Aber offenbar hat das Planungsteam, das federführend von Anne Havlat, Nicole Faber-Zisselmar und Tobias Janseps geleitet wurde, ganze Arbeit geleistet (TME berichtete über den masterplan bereits ausführlich).

Dem Verwaltungsteam war es innerhalb von zwölf Monaten gelungen, das teilweise Jahrzehnte alte Knäuel aus Versäumnissen, Fehlentscheidungen, gesetzlichen Vorgaben und künftigen Bedarfen zu entwirren. Anne Havlat verdeutlichte den Zuhörerinnen und Zuhörern die komplexen Probleme, die es zu lösen galt. Am Anfang stand die Bestandsaufnahme aller schulischen Gebäude und das Sortieren der Ergebnisse. Dazu kam das Festlegen eines einheitlichen Standards, der sich – warum auch immer – am „Münchener Lernhaus“ orientierte, um eine Vergleichsmöglichkeit zu schaffen. Ferner mussten soziografische Daten berücksichtigt werden, um die zu erwartende Schülerzahl einschätzen zu können. „Die Einzeldaten sind für Laien kaum zu interpretieren, deshalb entschieden wir uns, in den kommenden Wochen die Zahlenkolonnen verständlich aufzubereiten und ins Internet zu stellen“, erklärte Anne Havlat.

Gleichzeitig erarbeitete das Team die Möglichkeiten zur räumlichen Umsetzung der festgelegten Standards. Klassenräume, Sporthallen, Mensen, Fachräume, der Sanitärbereich, Barriere-Freiheit, die voraussichtlichen Kosten und vieles mehr fand Eingang in den Masterplan. Janseps übernahm es, für jede Schule anhand von Grafiken die baulichen Maßnahmen vorzustellen. Im Überblick erag sich ein stimmiges Konzept, das bis zum Jahr 2030 verwirklicht sein könnte. Aber dieses lässt sich nur schrittweise erreichen. Mit Beginn des nächsten Jahres sollen Sofort-Maßnahmen in Angriff genommen werden, die innerhalb kurzer Frist realisiert werden. Dazu gehört beispielsweise das Aufstellen von Gebäude-Modulen, die Platz für Sanierungsmaßnahmen schaffen. Insgesamt müssten bis 2030 etwa 171 Millionen Euro investiert werden, um den Plan in Gänze zu vollenden.

Die Benennung von Risiken und Nebenwirkungen des „Masterplan Schulen“ fand während der Bürgerveranstaltung keinen Platz. Vielmehr richteten sich die Fragen aus dem Publikum entweder an Details, die im zweiten Schritt des dann erweiterten Plans diskutiert werden müssen, oder stellten die grundsätzliche Frage nach dem Weiterbestand der Realschule. Offen blieb auch, ob der vorgesehene Zeitrahmen einzuhalten sei. „Wir wissen, das unser Zeitplan ambitioniert ist. Aber wir müssen es jetzt anpacken, um die Mettmanner Schullandschaft zukunftsfähig zu machen“, meinte Bürgermeisterin Sandra Pietschmann, die sich schließlich beim Planungsteam für die ausgezeichnete Arbeit bedankte. Das Publikum schloss sich dem mit Applaus an.


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