Dienstag | 22. Mai 2018
 
Mettmann  | 

So marode sind die städtischen Gebäude

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Die Stadt hat eine Prioritätenliste aufgestellt, was in den Gebäuden zu tun ist. Da kommt einiges zusammen - 2018 soll aber kaum etwas davon repariert bzw. saniert werden - auch, um einen ausgeglichenen Haushalt vorweisen zu können.

Das Mettmanner Rathaus. Archivfoto: TME

Die Liste ist lang – sehr lang. Unterteilt in neun Gebäudegruppen listet die Verwaltung auf, was in den verschiedenen städtischen Gebäuden – vom Rathaus über Schulen und Kitas bis hin zu Lagerhallen – getan werden muss. Wer genauer hinschaut, stellt fest: Nur wenige Maßnahmen sind für dieses Jahr im Haushalt vorgesehen. Verschiedene Maßnahmen werden – um einen ausgeglichenen Haushalt vorweisen zu können – vor sich hergeschoben – auf 2020, vielleicht auch später.

Rathaus

Im wichtigsten Amtsgebäude der Stadt liegt einiges im Argen. So ist die Verfugung des Mauerwerks teilweise schadhaft und die Befestigung der Dachabdeckung korrodiert. Gleiches gilt für den Blitzschutz. Ein Sachverständiger hat auf eine sofortige Sanierung gedrängt. All diese Maßnahmen sind in der Prioritätenliste erwähnt, aber noch nicht beziffert. Heißt: Auch noch nicht im Haushalt eingeplant. Außerdem müsste die Aufzugssteuerung des Fahrstuhls im Altbau saniert werden. Bei einem größeren Reparaturaufwand soll der Fahrstuhl stillgelegt werden. Bereits beziffert sind unter anderem die Sanierung der Elektroinstallation (70.000 Euro, geplant für 2020ff.), die Erneuerung der Fenster im Rathaussaal (70.000, 2020ff.), die Sanierung des Haupteingangs (50.000, 2019), Kanalsanierungen (30.000, 2019) und eine neue Flurbeleuchtung (29.000 Euro, 2019). 2018 sollen lediglich für 6.000 Euro Fenster im Untergeschoss erneuert werden und Pollengitter fürs Stadtarchiv (3.000 Euro) angeschafft werden. Insgesamt liegt der bereits befifferte Sanierungs- und Investitionsaufwand bei 270.000 Euro.

Stadtgeschichtshaus

Die Fassade muss saniert werden: 40.000 Euro – weil der erhöhte Bedarf zurückgegangen sei, könne dies nun ach erst 2020ff. erfolgen, so die Verwaltung.

Feuerwehr

Die Feuer- und Rettungswache an der Laubacher Straße ist, wie berichtet, ein eigenes – schwieriges – Kapitel. Darüber hinaus muss für 19.000 Euro (2020ff.) die Heizungsanlage in der Fahrzeughalle am Wollenhausweg erneuert werden.

Schulen

Besonders lang ist die Liste im Bereich der Schulen. Allein die bezifferten Positionen umfassen 8,13 Millionen Euro, von denen 3,4 Millionen auf die Jahre 2020ff. geschoben werden. Einiges soll direkt gemacht werden, was am Programm Gute Schule 2020 liegt. Hierfür erhält die Stadt Geld vom Land, das unter anderem in den Brandschutz, in den weiteren Umbau der Astrid-Lindgren-Schule zur inklusiven Schule, neue Fenster am HHG  und in neue WCs am KHG gesteckt wird. Bei den Grundschulen sieht es an der Gruitener Straße besonders schlimm aus: Wasser drückt durch die Kellerwand, alte Holzfenster müssen erneuewrt werden, ebenso die Heizungsverteilung im Altbau, eine Reparatur der Lüftungsanlagen im Neubau ist laut Hersteller nicht möglich. Also muss auch dort etwas Neues her. Peanuts ist dagegen der Austausch des 20 Jahre alten Bodens im Lehrerzimmer der Grundschule Herrenhauser Straße (8.000 Euro). Anders sieht es da schon in der Turnhalle aus: Der Prallschutz an der Tribünenseite ist nicht mehr ausreichend (16.000 Euro, geplant für 2019), das Dach muss saniert werden (60.000 Euro, 2020ff.), die Lüftung in der Halle und den Duschräumen macht zudem massive Probleme. Richtig teuer wird die Sanierung des Daches an der Realschule (380.000 Euro, aufgeteilt auf mehrere Jahre ab 2019), die Bodenerneuerung (30.000 Euro) in der Aula muss darum noch warten.

Eine Million Euro müssen am HHG für Brandschutz und Fenstererneuerung ausgegeben werden. Andere Reparaturen und Erneuerungen belaufen sich auf zusätzliche 517.000 Euro, darunter eine neue Wellenanlage für die Trennwände in der Sporthalle, eine Erneuerung des Haupteingangs (die Stahlrahmen sind verrostet) und eine neue Verdunklungsanlage für die Aula.

Am KHG muss für 375.000 Euro das Dach saniert werden. Die Aluminiumfassade muss gereinigt werden, Trinkwasserleitungen im Altbau müssen erneuert werden, weil sie verkrustet sind.

Mehrgenerationenhaus

Im Mehrgenerationenhaus müssen für 50.000 Euro dort, „wo dringend erforderlich“ diew WC-Anlagen saniert werden – allerdings frühestens 2020. Etwas eher sollen Balkone und Beleuchtung saniert bzw. erneuert werden.

Kitas

In den städtischen Kitas sieht es laut Prioritätenliste recht gut aus. Größere Posten sind eine Dachsanierung in der Kita Teichstraße (60.000 Euro/2019) und die Sanierung von Sanitärräumen in der Kita Händelstraße (50.000 Euro/2019).

Hallenbad

Auch das Hallenbad ist ein Sanierungsfall: Die gegenwärtige manuelle Schaltung der Pumpen birgt Risiken für die Wasserhygiene – eine automatisierte Anlage kostet 38.000 Euro (2020ff.), eine undichte Dampfbadkabine verursacht weitere Schäden am Gebäude durch austretendes Wasser. Eine Reparatur ist nicht möglich. Eine neue Kabine kostet 30.000 Euro. Das Holz in der finnischen Sauna wird brüchig: 5000 Euro. Und der Hersteller stellt altersbedingt den Service für die Wasseraufbereitungsanlage ein – kostet mal eben 24.000 Euro im Jahr 2018.

Stadthalle

Das städtische Gebäude mit den meisten Fragezeichen. Dach, Bühnentechnik, Teppich – klar ist, dass das teuer wird – bzw. würde. Denn weiter ist unklar, ob die Halle weiter betrieben werden soll. Unklar ist weiter auch, ob die Halle als Denkmal eingetragen werden muss – die zuständige Ministerin muss entscheiden (Taeglich.ME berichtete).


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