Montag | 30. Januar 2023
 
Mettmann  | 

Spessartstraße: Kita-Eröffnung wird sich verzögern

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Die Kita-Situation in Mettmann wird länger als gehofft angespannt bleiben. Ein Start der neuen Kita an der Spessartstraße im Sommer 2022 ist mittlerweile nicht mehr realistisch. Grund sind Metall-Funde im Boden, die eine Aufbereitung erforderlich machen.

Auf dem Sportplatz an der Spessartstraße soll die neue Kita gebaut werden. Das Vereinsheim (rechts im Bild) soll erhalten bleiben. Foto: TME
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Derzeit befinden sich laut Stadtverwaltung 113 Kinder auf der Warteliste für einen KitaPlatz und neun Kinder auf der Warteliste der Kindertagespflege. Somit haben aktuell 121 Kinder – davon 25 über drei Jahre alt – keinen Platz. Kinder, die einen Platz in der Kindertagespflege haben, r die aber der Wechsel in eine Kita gewünscht wird, wurden hierbei nicht berücksichtigt. Insgesamt sind dem Jugendamt auch nur noch rund 30 freie Plätze in der Kindertagespflege bekannt.

Für Entspannung sollen zwei neue Kitas sorgen: Eine wird auf dem Sportplatz an der Spessartstraße in Metzkausen gebaut, die andere am Düsselring. Im November des letzten Jahres hatte die Verwaltung noch gehofft, dass die Kita an der Spessartstraße bereits zu Beginn des Kindergartenjahres 2022/23 starten kann. Daraus wurde dann plötzlich die Formulierung: „Die Verwaltung hofft, dass nach einer zügigen Bauphase eine Inbetriebnahme im Betreuungsjahr 2022/23 mit ca. 115 Plätzen erfolgen kann.“ Die Politik wurde im April über die Gründe für diese neue Einschätzung informiert – allerdings nicht-öffentlich. Erst eine Anfrage der Linken macht die Gründe nun auch öffentlich. In einer Vorlage für den Jugendhilfeausschuss am 20. Mai teilt die Stadt auf die entsprechende Anfrage mit: „Die Verwaltung hat in der Ratssitzung am 14.04.2021 informiert, dass bei Bodenuntersuchungen Belastungen mit Metallen vorgefunden wurde, die eine dem Bau vorangehende Sanierung erforderlich machen. Hierdurch wird es zu zeitlichen Verzögerungen kommen. Die Sanierungsplanung, mit der Zeit-und Kostenaufwand ermittelt werden, ist zurzeit in Bearbeitung. Eine Betriebsaufnahme im KiTa-Jahr 2022/23 ist aber noch realistisch.“ 

Kita am Düsselring öffnet wohl frühestens 2026

Bis die ersten Kinder in die Kita am Düsselring gehen können, wird es indes noch länger dauern: Hier ist die Eröffnung für 2026 – also in fünf Jahren – geplant, wenn einige der heutigen Kita-Kinder bereits eine weiterführende Schule besuchen werden. „Die topografische Lage, deutlich unterhalb des Straßenniveaus und das bewegte Gelände sind schwierige Rahmenbedingungen für die Planung eines Gebäudes und der dazugehörigen Erschließung“, begründet die Verwaltung den langen Zeitraum. Daher sollen zunächst Konzeptstudien erstellt werden, anhand derer die Machbarkeit eines Gebäudes mit unterschiedlicher Gruppenanzahl und anordnung sowie der erforderlichen Erschließungsanlagen (Zuwegung, Stellplätze) auch unter Wirtschaftlichkeitsaspekten untersucht wird. Da das Grundstück als öffentliche Grünfläche mit Ausgleichsfunktion festgesetzt ist, werden zudem ein Bebauungsplanaufstellungsverfahren sowie ein Flächennutzungsplanänderungsverfahren erforderlich, um für den Bau der Kindertageseinrichtung die planungsrechtlichen Voraussetzungen zu schaffen. In der Sitzung des Ausschusses für strategische Stadtplanung, Stadtentwicklung und Bauen am 19. Mai stehen die erforderlichen Beschlüsse zur Einleitung der Bauleitplanverfahren auf der Tagesordnung. Für diese Verfahren ist laut Verwaltung ein Zeitraum von nicht unter zwei Jahren anzusetzen. Erst nach Verfahrensabschluss könne die Ausschreibung der Bauleistungen erfolgen, an die sich die Bauzeit anschließe.

Erfreulicherweise wird zum Sommer dieses Jahres zumindest eine weitere Großtagespflege an den Start gehen, so dass erstmalig auch im Stadtteil Obschwarzbach Plätze angeboten werden können. Darüber hinaus befinden sich aktuell zehn Personen aus Mettmann in der Qualifizierung zur Kindertagespflegeperson und werden diese im Sommer abschließen, so dass voraussichtlich dann noch weitere Plätze in der Kindertagespflege zur Verfügung stehen könnten. Mit den Trägern aller Kitas wird zudem auch für die kommenden Jahren eruiert, ob gegebenenfalls zusätzliche Plätze im Rahmen von Überbelegungen möglich sind. Durch die voraussichtliche zeitliche Verzögerung der Inbetriebnahme der Kita Spessartstraße prüft die Verwaltung nach eigenen Angaben derzeit, ob sich Lösungsmöglichkeiten zur Überbrückung realisieren lassen.

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