Freitag | 12. April 2024
 
Mettmann  | 

Sucht: Wenn die Familie darunter leidet…

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Die Caritas bietet ab sofort eine besondere Sprechzeit für Angehörige von Suchtkranken oder Suchtgefährdeten an.

Beatrix Neugebauer von der Caritas-Suchthilfe. Foto: TME

Seit dem 1. April bietet die Suchtberatungsstelle im Caritas-Beratungszentrum des katholischen Verbandes in der Kreisstadt, Lutterbeckerstr. 30, eine regelmäßige Sprechstunde für Menschen, die sich Sorgen und Gedanken um ein Familienmitglied oder sonst Nahestehenden machen und eine Entwicklung zur Abhängigkeit oder offenbare Suchtkrankheit vermuten.

Wenn eine Person die Kontrolle über den Konsum von Suchtmitteln wie Alkohol oder Cannabis verliert oder auffällige Essgewohnheiten entwickelt oder der Umgang mit Medien (Internet, Handy…) viel zu viel Zeit einnimmt, hat dies Auswirkungen auf das gesamte Umfeld des Betroffenen. Dies kann zu ständigen Auseinandersetzungen in der Familie, mit der Partnerin oder dem Partner führen und auch Kinder leiden oftmals unter Schuld und Versagensgefühlen. Freundinnen und Freunde machen sich Sorgen, fühlen sich hilflos und die Kolleginnen und Kollegen sind unsicher, wie sie am besten reagieren könnten. Nahe Angehörige fühlen sich mitverantwortlich für den Zustand des suchtkranken Familienmitglieds, was zu körperlichen und seelischen Belastungen führen kann. Manche Angehörige vernachlässigen im Laufe der Zeit ihre eigenen Interessen und Bedürfnisse und isolieren sich.

Auch wenn ein Jugendlicher zum Beispiel durch den Konsum von Cannabis Probleme entwickelt hat oder durch exzessiven Medienkonsum in den Schulleistungen stark abfällt, fühlen sich Eltern häufig überfordert und hilflos und suchen nach Möglichkeiten wieder Kontakt zum Kind und Einfluss zu bekommen.

Die Gedanken von Angehörigen kreisen sich in ihrem Alltag vielfach sorgenvoll um das suchtgefährdete Familienmitglied; manchmal leiden sie darunter stärker als der/die Betroffene selbst.

Die ausdrückliche Sprechstunde für Angehörige, die von der Sucht- und Familientherapeutin Beatrix Neugebauer angeboten wird, bietet die Möglichkeit sich zu entlasten und neue Handlungsstrategien im Umgang mit der betroffenen Person zu entwickeln.

Die Sprechstunde findet jeden ersten Freitag im Monat in der Zeit von 9 bis 11 Uhr im Caritas-Beratungszentrum, Lutterbeckerstr. 30 statt.


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