Freitag | 23. April 2021
 
Mettmann  | 

Virtuell mit dem Regionalkantor auf der Orgelempore

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Auch Regionalkantor Matthias Röttger entwickelt im Lockdown immer neue Ideen. So zeigt er in einem Video Interessierten die Orgel in St. Lambertus und probt mit den Chören virtuell.

Matthias Röttger im Inneren der Lambertus-Orgel. Foto: Screenshot
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Dass dieses Jahr alles anders ist, sieht man auch am Taeglich.ME-Posteingang. So lesen wir von manchen Menschen, die uns sonst regelmäßig Mails mit Ankündigungen schreiben, dieser Tage zum ersten Mal seit Wochen. So auch von Regionalkantor Matthias Röttger, der uns normalerweise regelmäßig auf aktuelle Kirchenmusik-Veranstaltungen in St. Lambertus hinweist oder Neues von seinen Chören zu berichten hat.

Die Möglichkeiten, Musik zu machen und/oder aufzuführen sind auch für Röttger derzeit massiv eingeschränkt. Doch einfach nur abzuwarten und auf Lockerungen zu hoffen, das liegt dem umtriebigen Regionalkantor nicht. Und so hat er in den vergangenen Wochen an neuen Ideen und Projekten getüftelt.

Eins davon ist eine virtuelle Orgelführung. In einem YouTube-Video nimmt Röttger Interessierte mit auf die Orgelempore in St. Lambertus. „Eine Kirchenorgel ist schon ein imposantes Werk“, meint Röttger. „Von säuselnd leise bis zu ohrenbetäubend laut reicht ihr Klangspektrum. 2.600 Pfeifen werden von vier Klaviaturen, drei für die Hände, eines für die Füße, angesteuert.“ So sei die „Königin der Instrumente“, wie die Orgel häufig bezeichnet wird, ein Wunderwerk der Technik.

Im dem rund 20 Minuten langen Video erzählt Röttger, der seit mittlerweile 27 Jahren Kirchenmusiker in St. Lambertus ist, einiges über die Geschichte der im Jahr 1912 gebauten und seither mehrfach veränderten Orgel, die er als „herrlich“ bezeichnet. Röttger öffnet für das Video nicht nur die Türen der Orgel, die sonst verschlossen bleiben, sondern nimmt die Zuschauer auch mit ins Innere des Instruments, so dass man die Funktionsweise verstehen kann. Natürlich gibt es in den 20 Minuten auch einige Orgelklänge und man erfährt, dass die Orgel zwar offiziell zu den Tasteninstrumenten gehört, aber eigentlich ein Blasinstrument ist. Denn: Wenn die Motoren nicht für Wind sorgen, geht ihr schnell die Puste aus. Auch was es mit Zwei-, Vier und Achtfuß auf sich hat, erklärt der Kantor anschaulich.

Gefilmt und geschnitten hat das Video Sebastian Sehr, in der Kirchengemeinde aktiv in Sachen Foto- und Videotechnik.

Das Video kann hier aufgerufen werden:
https://youtu.be/3h9n_KulewU

Und wie sieht es in der Chorarbeit aus, die Röttger – neben der Orgel – besonders am Herzen liegt? „Das Singen geht weiter, trotz Lockdown“, sagt er. „Leider dürfen die über 100 Sängerinnen und Sänger im Alter von sechs bis über 80 Jahren nicht real zusammenkommen, aber auch virtuell ist vieles möglich.“

Die Chorproben in den vielseitig aufgestellten Kinder-, Jugend-, Erwachsenen- und Seniorenchören finden derzeit per „Zoom“ statt. Auch so sei es möglich, die eigene Stimme fit zu halten, neue Songs zu lernen, den geselligen Austausch zu pflegen, aber auch Musiklehre und Stimmbildung zu vermitteln. „Selbst ein tolles Solo kann so geprobt werden“, sagt Chorleiter Matthias Röttger, der so einige Tricks auf Lager hat, um eine digitale Chorprobe abwechslungsreich und attraktiv zu gestalten. Nach und nach sollen nun die Chorproben auf das Open-Source-Programm „Jamulus“ umgestellt werden. Mit dieser Software sind dann auch mehrstimmiges Singen und damit echtes Chorfeeling möglich. So lädt Kirchenmusiker Matthias Röttger Interessierte jeglichen Alters zu den Proben ein. „Noch nie war es so unkompliziert und bequem, einfach von zu Hause an einer Chorprobe teilzunehmen“, meint Röttger.

Infos gibt es unter Telefon: 02104/74671, Email: matthias.roettger@erzbistum-koeln.de bzw. unter www.kirchenmusik-lambertus.de

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