Montag | 8. August 2022
 
Mettmann  | 

Wo die Kunst im Raum „schwebt“

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Im Kunsthaus an der Mühlenstraße wurde gestern Abend die Ausstellung "Natur" eröffnet. Vier Mitgliieder des Vereins stellen dort aus.

Ilona Reinhardt lässt ihre Arbeiten im Raum schweben. Foto: TME

„Natur“ heißt die neue Ausstellung im Kunsthaus Mettmann, die vier Vereinsmitgliedern die Möglichkeit bietet, ihre Werke zu präsentieren. „Wir hatten uns alle für eine Ausstellung beworben und haben uns jetzt einfach zusammen getan“, sagt die Mettmannerin Angelika Lorenz. „Wir sind da und freuen uns, unsere Kunst zeigen zu können.“

Sie selbst komme ursprünglich aus der Portrait-Malerei. Für Bekannte habe sie deren Tiere gemalt und so sei sie dazu gekommen, auch Tiere bildlich festzuhalten. „Blaue Biester“ heißt zum Beispiel eine Serie, die verschiedene Tiere wie einen Luchs und eine Löwin ganz in Blau abbildet. Der Hintergrund ist schwarz. „Damit das Bild nicht zu unruhig wird“, erklärt die Künstlerin. „Es macht mir Freude, zu sehen, wie sich der Blick des Betrachters verändert, wenn man eine andere Farbe nimmt.“ Eigentlich, verrät sie sei ihre Lieblingsfarbe Rot. Deshalb gibt es auch die „Roten Biester“, Katzen, die ganz in Rot gehalten sind. Man könne die Bilder passend zur Wohnungseinrichtung auswählen, meint Angelika Lorenz. „Ich wollte mich einfach auch von anderen abheben“, sagt sie, „durch mehrere Farbschichten und unendlich viele Pinselstriche entsteht auch eine Dreidimensionalität.“

Ilona Reinhardt präsentiert im Erdgeschoss zunächst ihre großformatige „Körperlandschaft“. Die Ölfarbe im Hintergrund lässt die Adern einer Hand erkennen, das Wollvlies im Vordergrund erinnert an eine Landschaft.
„Ich habe Materialien verwendet, die sich beeinflussen und die man nicht auf den ersten Blick erkennt“, erklärt die Künstlerin. Eine Treppe höher hängen interessante Arbeiten, bei der sie die Leinwand weggelassen hat und die so aufgehängt sind, dass sie im Raum „schweben“. „Das ist eine Mischung aus Wollvlies und Acrylat, zwischen den Schichten wurden Pflanzen wie Kletten, Porzellanblümchen oder Hortensien eingearbeitet. „Alles, was in meinem Garten gerade raus musste“, erklärt sie lachend. Durch das Schweben der Werke im Raum solle auch physisch eine Leichtigkeit dargestellt werden. „Wie wenn man durch einen Garten geht. Der emotionale Zugang ist mir wichtig.“

Micaela Villa-Schäfer, gebürtige Mexikanerin, zeigt verschiedene Arbeitstechniken: ein- und zweifarbige Radierungen von Bienen und Wespen, farbige Tuschezeichnungen von Pflanzen und in einer Mischtechnik gemalte Landschaften. „Ich setze mich mit Grenzen auseinander, zum Beispiel dem Zaun zwischen Mexiko und den USA. Zäune sind immer hässlich, aber besonders hässlich ist der Blechzaun, der bis ins Meer reicht.“ Er trenne nicht nur Menschen, sondern auch Tiere, wie den von ihr gemalten Kojoten. „Die Wege der Tiere sind versperrt, ihre Paarungsmöglichkeit ist eingeschränkt, das bedeutet Inzucht.“ Bei der Taube auf dem Stacheldraht gäbe es wenigstens noch einen Hoffnungsschimmer. „Sie kann im Gegensatz zu den Menschen den Zaun überwinden.“
Eine Möve sitzt alleine auf einer Erhebung im Meer. „Ich möchte auch die Einsamkeit der Menschen in dieser Zeit darstellen. So viele leben mittlerweile allein.“ Ein Selbstportrait soll die Menschen zum Malen animieren.

Herbert Marschlich hat in der Ausstellung Bilder mit Blumen aufgehängt. Sie sind mit Ölfarben gemalt. Aber auch Aquarelle und Farbstift-Zeichnungen stellt der Künstler aus. Nach Vincent van Gogh seien Sonnenblumen oft ein bisschen kitschig dargestellt worden, meint Marschlich. „Bei mir sollen sie naturgetreu aussehen.“ Die Sonnenblumen in voller Blüte seien eine Hommage an Vincent van Gogh. Weitere Sonnenblumen-Bilder zeigen dann den Prozess vom Verblühen bis zum Absterben.

Das Kunsthaus (Mühlenstraße 27/29 ist freitags von 17 bis 19 Uhr, samstags von 11 bis 15 Uhr und sonntags von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Die Finissage findet am 21. August von 14 bis 18 Uhr statt.

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