Samstag | 13. Juni 2026
 
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Anhörung zu „ABC-Klassen“ im Landtag: ver.di fordert mehr Personal statt neuer Belastungen

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Anlässlich der Anhörung im nordrhein-westfälischen Landtag zum schwarz-grünen Gesetzentwurf zur Einführung schulischer Vorkurse zur Förderung der Sprachkompetenz („ABC-Klassen“) kritisiert die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di NRW) die geplanten Maßnahmen scharf.

Die Gewerkschaft warnt vor zusätzlichen Belastungen für Beschäftigte in Kitas sowie vor einer Schwächung der frühkindlichen Bildung. ver.di NRW betont, dass Sprachförderung eine zentrale Voraussetzung für Bildungsgerechtigkeit und gesellschaftliche Teilhabe ist. Deshalb braucht es mehr Personal in den Kitas, damit die Kinder im gewohnten Rahmen von Bezugspersonen gefördert und nicht „outgesourct“ werden.

Gabriele Schmidt, Landesbezirksleiterin ver.di NRW: „Die Kolleginnen und Kollegen in den Kitas arbeiten seit Jahren am Limit. Schlechte Personalschlüssel, hohe Krankenstände und fehlende Fachkräfte belasten den Alltag massiv. Schon heute fehlt oft die Zeit, um Kinder so zu begleiten, wie es pädagogisch notwendig wäre.“

Kritisch sieht ver.di insbesondere die geplante organisatorische Auslagerung der Sprachförderung aus den Kindertageseinrichtungen heraus. Statt neuer Vorkurse brauche es mehr Personal und bessere Bedingungen in den bestehenden Einrichtungen.

„Sprachförderung gelingt nicht durch zusätzliche Belastung und organisatorische Verschiebungen. Kinder brauchen verlässliche Bezugspersonen, Zeit und Förderung in ihrem vertrauten Alltag. Genau dafür fehlen aber seit Jahren die notwendigen Ressourcen“, so Schmidt weiter.

Aus Sicht der Gewerkschaft bleiben zudem zentrale Fragen des Gesetzentwurfs ungeklärt. Dazu zählen fehlende Raumkapazitäten, Beförderungs- und Versicherungsfragen, unklare Konzepte zur Umsetzung der Sprachförderung sowie der bereits bestehende Mangel an Fachkräften.

ver.di NRW warnt außerdem vor den Folgen verpflichtender Vorkurse für Kinder und Familien. Die Gewerkschaft sieht die Gefahr früher Stigmatisierung und weiterer Belastungen für Beschäftigte und Eltern.


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