Freitag | 6. Dezember 2019
 
Kurz notiert im Neanderland  | 

CDU Kreistagsfraktion ärgert sich über „dilettantische Umweltpolitik in Düsseldorf“

Von

Die knappe Entscheidung des Düsseldorfer Rates zum Erhalt der Umweltspur nehmen die Christdemokraten im Kreis Mettmann zum Anlass, noch einmal vehement Kritik an der Umweltpolitik in der Landeshauptstadt zu äußern:  „So viel Hochmut und Rücksichtslosigkeit gegenüber dem Nachbarkreis ist nur mit dem Begriff „Panik“ zu erklären“, so der Fraktionsvorsitzende Klaus-Dieter Völker. In diesem Zusammenhang verweist er auch noch einmal auf die Beiträge des Düsseldorfer Oberbürgermeisters auf dem Wirtschaftsforum der IHK in der Firma Qiagen in Hilden in der vergangenen Woche: „Die Bedenken der CDU-Kreistagsfraktion über dessen Umweltverständnis haben sich nachhaltig bestätigt“.

Der Chef der CDU Kreistagsfraktion geht auch noch einen Schritt weiter und bezichtigt Geisel, seine Umweltprobleme auf Kosten hunderttausender Einpendler, die den Wirtschaftsstandort Düsseldorf am Leben halten, lösen zu wollen. Völker wörtlich: „Und dabei hat sich der CO2 –Ausstoß in der gesamten Region überhaupt nicht verringert, er ist nur anderweitig verteilt worden, wobei ich die Messergebnisse im Autobahntunnel Wersten nicht wissen möchte.“ Aus Sicht des Kreispolitikers ist es nur logisch, dass der Verkehr zusammenbricht. „Wenn man bei der Verkehrsmenge eine von zwei Fahrspuren dem Individualverkehr entzieht, ist der Zusammenbruch vorprogrammiert“.

Laut Völker hätte man sich in Düsseldorf ein Scheibchen von den Essenern abschneiden sollen. „Dort ist man ganz anders an das Thema herangegangen. Bevor die Planungen zur Einrichtung von Umweltspuren konkreter wurden, hat man umfangreiche Gutachten erstellen lassen und unter anderem die Taktung im Busnetz erheblich verbessert“.

Die CDU-Kreistagsfraktion schlägt daher vor, im Rahmen der „Regionalen Arbeitsgemeinschaft Stadt Düsseldorf – Kreis Mettmann – Rhein-Kreis Neuss“ kurzfristig alle notwendigen Infrastrukturmaßnahmen, die ein Umsteigen vom Pkw auf den ÖPNV schmackhaft und praktikabel machen, aufzulisten und in einem Maßnahmenkatalog zu priorisieren.

Die möglichst zeitnahe Umsetzung sollte durch Finanzierungshilfen des Bundes, des Landes NRW und der beteiligten Gebietskörperschaften machbar sein. Notfalls müssten dafür auch – wie seinerzeit beim „Aufbau Ost“ – gesetzliche Regelungen geändert oder vorübergehend eingeschränkt werden.

„Jedenfalls“, so Völker abschließend, „können jahrelange Versäumnisse nicht so auf dem Rücken der Einpendler ausgetragen werden, denn ohne diese würde die Landeshauptstadt am Tropf hängen!“


Alle Rechte vorbehalten.

Wo kann ich diesen Artikel kommentieren?

Leider bieten wir diese Funktion nur unseren Abonnenten an. Registrieren können Sie sich hier. Sollten Sie bereits Abonnent von Taeglich.ME sein, so können Sie sich hier einloggen und diesen Artikel kommentieren.