Freitag | 25. September 2020
 
Neanderland  | 

„Die Gastronomie braucht eine Perspektive“

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Die IHK Düsseldorf zur in Aussicht gestellten Öffnung von Gastronomie und Hotellerie im Kreis Mettmann.

Gregor Berghausen, IHK-Hauptgeschäftsführer. Foto: IHK

„Die von der Landesregierung in Aussicht gestellte stufenweise Wiederaufnahme des Gastronomie- und Hotelbetriebs unter Einhaltung strenger Hygiene- und Infektionsschutzmaßnahmen ab dem 4. Mai ist ein wichtiges Signal, denn Gastronomie, Hotellerie und die Tourismus-Branche sind von der Corona-Krise wirtschaftlich besonders stark betroffen. Ihnen haben Betriebs- und Veranstaltungsverbote sowie Reisebeschränkungen jegliche Geschäftsgrundlage genommen“, kommentiert IHK-Hauptgeschäftsführer Gregor Berghausen die jüngsten Pläne der Landesregierung.

Dass höchste Eile geboten sei, belege die aktuelle IHK-Befragung bei knapp 300 Unternehmen aus Gastronomie, Hotellerie und Dienstleistern rund um Reisen, Messen, Event-, Unterhaltungs- oder Sportveranstaltungen in Düsseldorf und im Kreis Mettmann.

Im Kreis Mettmann rechnet danach jeder Zweite mit Umsatzrückgängen von über 50 Prozent in diesem Jahr, die Reise- und Messeveranstalter gehen sogar von über 80 Prozent Umsatzeinbußen aus. Sollte der Stillstand weiter anhalten, so schätzen knapp 25 Prozent der Unternehmen im Neanderland und sogar fast die Hälfte aller Gastronomiebetriebe, dass sie in acht Wochen insolvenzgefährdet sind.„Insbesondere die Gastronomie benötigt also dringend eine Perspektive, die sich seit gestern andeutet. Die Senkung der Mehrwertsteuer auf sieben Prozent für Speisen in Restaurants und Gaststätten lässt die Gastronomen etwas aufatmen, sofern sie – wie in Aussicht gestellt –  ab 4. Mai wieder öffnen dürfen“, so Berghausen.

„Auch die Freizeitwirtschaft kann die Schließungen nicht viel länger durchhalten. Innerhalb der nächsten drei Monate ist auch hier fast jeder zweite Betrieb gefährdet“.  Je länger der Lockdown anhalten werde, desto prekärer werde die Lage: Denn in drei bis sechs Monaten werden laut Umfrage rund 85 Prozent aller befragten Betriebe im Kreis Mettmann insolvenzgefährdet sein. „Dies gilt insbesondere für Reise- und Messedienstleister wie auch für Event-, Unterhaltungs- oder Sportveranstalter, weil Reisen weiter eingeschränkt und (Groß-)Veranstaltungen weiter untersagt bleiben“, erklärt Berghausen.

„Auch in der Gastronomie und Hotellerie dürften die negativen Auswirkungen noch lange andauern, auch dann, wenn sie ihren Geschäftsbetrieb schrittweise wiederaufnehmen könnten. Denn sie können den ausgefallenen Umsatz nur sehr beschränkt oder gar nicht nachholen bei zum Teil gleichbleibend hohen Fixkosten“, gibt Johannes Süß, Mitglied des IHK-Tourismusausschusses, zu bedenken. Dies belegen auch die Zahlen: Eine teilweise Wiedereröffnung des Betriebs hilft laut IHK-Umfrage nur rund der Hälfte der befragten Unternehmen. Die andere Hälfte benötigt eine Wiederaufnahme von 75 Prozent ihrer Kapazität oder mehr.

„Die Unternehmen benötigen finanzielle Unterstützung etwa durch nicht rückzahlbare Zuschüsse, um die Krise zu überstehen. Zudem brauchen sie Hilfe bei der Bereitstellung von weiteren Schutz- und Hygienemitteln, auch wenn sie bereits heute Abstands- und Hygienevorschriften einhalten könnten,“ fordert Süß.

Die Zahlen resultieren aus einer Umfrage der IHK Düsseldorf vom 20. bis 22. April. Knapp 300 Unternehmen aus Gastronomie, Hotellerie, Dienstleister rund um Reisen, Messen, Event-, Unterhaltungs- oder Sportveranstaltungen haben sich beteiligt, davon rund zwei Drittel aus Düsseldorf und ein Drittel aus dem Kreis Mettmann.


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