Samstag | 25. Mai 2019
 
Neanderland  | 

Fassadenbrand erfordert Großeinsatz der Feuerwehr

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Die Velberter Einsastzkräfte waren in Langenberg gefordert. Mittags begonnen, zog sich der Einsatz gestern bis in die Abendstunden.

Foto: Feuerwehr Velbert

Viel Rauch, kein sichtbares Feuer – so fanden gestern kurz nach Mittag die Einsatzkräfte der Velberter Feuerwehr ein Doppelhaus an der Hüserstraße in Velbert-Langenberg vor.

Ein Nachbar hatte starke Rauchentwicklung am Dach des zweieinhalbgeschossigen Gebäudes ausgemacht, das zur einen Hälfte aus einer Schreinerei, zur anderen Hälfte aus Wohnungen besteht, und umgehend die Feuerwehr alarmiert. Wie sich beim Eintreffen der Einsatzkräfte herausstellte, befand sich die Ursache des Qualms entgegen der ersten Meldung allerdings nicht in der Schreinerei, sondern in der Giebelwand des Wohngebäudes. Aus bislang unbekannter Ursache war die Dämmung hinter der vollständig mit Schiefer verkleideten Fassade in Brand geraten. Das Feuer hatte sich hinter dem Schiefer bereits vom Erdgeschoß bis zur Giebelspitze durch die Dämmung gefressen. Entsprechend drang Rauch aus der Fassade, vor allem aber aus dem Dach. Teilweise war der Brand auch schon durch die Fachwerkwand ins Gebäudeinnere vorgedrungen.

Die Feuerwehr war nach dem Alarm um 13.26 Uhr zunächst mit der hauptamtlichen Wache und den beiden freiwilligen Löschzügen Langenberg ausgerückt. Aufgrund des Umfangs der Löscharbeiten – die Einsatzkräfte mußten die Fassade öffnen sowie über das Dach vorgehen, um an das Feuer zu gelangen, und im Gebäude Riegelstellungen gegen ein Durchbrechen des Brandes aufbauen – wurden die drei Löschzüge aus Neviges und Tönisheide sowie ein weiterer aus Velbert-Mitte nachalarmiert. Zwischenzeitlich nahmen die Einsatzkräfte zwei Wenderohre über die beiden in Stellung gebrachten Drehleitern sowie ein C-Rohr von außen vor, während drei unter Atemschutz arbeitende Trupps im Innern des Gebäudes mit jeweils einem C-Rohr darüber wachten, daß sich die Flammen dort nicht Bahn brachen.

Im weiteren Verlauf des Einsatzes wurde außerdem die Feuerwehr Ratingen mit einem Cobra-System angefordert. Dieses Löschsystem erlaubt den raschen Zugang zu Hohlräumen, wie sie beispielsweise bei Zwischendecken oder Fassaden vorhanden sind und arbeitet mit einem feinen Sprühnebel. Um alle Glutnester zu erreichen, mußte dennoch ein großer Teil der Schiefereindeckung geöffnet werden. Auch im Bereich des Daches blieb den Einsatzkräften am frühen Abend keine andere Wahl als die Eindeckung großflächig zu entfernen, um die dort in Brand geratene Dämmung unter den Dachpfannen effektiv löschen zu können.

Nach Hinzuziehen eines Statikers mußte das Gebäude am Abend wegen Einsturzgefahr gesperrt werden, die bis dahin im Innern tätigen Trupps wurden daher zurückgezogen. Zwischenzeitlich hatten die Stadtwerke das Haus stromlos geschaltet. Nach umfänglichen Nachlösch- und Aufräumarbeiten konnte die Feuerwehr schließlich um kurz nach 20 Uhr ihren Einsatz beenden.

Personen kamen unmittelbar durch das Feuer nicht zu Schaden, allerdings hatte die Aufregung einen Anwohner derart mitgenommen, daß er nach Untersuchung durch den Notarzt von einem Rettungswagen zum Krankenhaus in Essen-Kupferdreh transportiert wurde. Angaben zur Höhe des Sachschadens liegen noch nicht vor. Die Hüserstraße war für die Dauer des Einsatzes komplett gesperrt, der Verkehr wurde entsprechend umgeleitet.


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