Sonntag | 23. Februar 2020
 
Neanderland  | 

„Für den Arbeitsmarkt bleiben Ausbildung und Qualifizierung die wichtigsten Zukunftsthemen“

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Landtagsabgeordneter Martin Sträßer spricht mit Karl Tymister, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Mettmann.

CDU-MdL Martin Sträßer (l) im Gespräch mit Karl Tymister. Foto: Büro Sträßer

Der regionale Arbeitsmarkt und seine Herausforderungen waren die zentralen Themen eines Gesprächs des örtlichen Landtagsabgeordneten Martin Sträßer (CDU) mit Karl Tymister, dem Vorsitzenden der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Mettmann.

„Die Zahlen am Arbeitsmarkt sind auch im Kreis Mettmann relativ stabil. Die Zahl der Erwerbstätigen ist auf sehr hohem Niveau, die Zahl der Arbeitslosen dagegen relativ niedrig. Auch in der Region Heiligenhaus, Velbert, Wülfrath lag die Arbeitslosenquote mit 5,9 Prozent unter dem Landesdurchschnitt,“ beschreibt Tymister. Der Arbeitsmarkt stehe, getrieben durch die Digitalisierung und den demographischen Wandel aber insgesamt vor großen Veränderungen. „Unabhängig von einer konjunkturellen Delle werden die Unternehmen im Kreis auch in Zukunft einen hohen und weiter steigenden Bedarf an qualifizierten Fachkräften haben.“

Die Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt standen im Zentrum des Gesprächs mit dem für die Städte Velbert, Wülfrath und Teile von Mettmann zuständigen Landtagsabgeordneten Martin Sträßer: „Einerseits sehe ich mit Sorge die Risiken im Bereich der Automobilindustrie, die für uns vor Ort vor allem im Bereich der Zulieferindustrie große Bedeutung hat. Andererseits werden Fachkräfte nach wie vor stark gesucht – in der Industrie, im Handwerk und im Dienstleistungsbereich. Diese Chancen müssen wir stärker in den Blick nehmen. Das gilt für Berufsanfänger und Erwerbslose, aber auch für die, die jetzt schon oder noch in Beschäftigung sind.“

Hier setzen zwei Bundesgesetze an: das Teilhabechancengesetz und das Qualifizierungschancengesetz. Tymister: „Mit dem Teilhabechancengesetz bekommen Unternehmen hohe Zuschüsse für die Beschäftigung von Langzeitarbeitslosen, denen so die Rückkehr ins Arbeitsleben ermöglicht wird. Mit dem Qualifizierungschancengesetz hat die Politik viele Möglichkeiten der Weiterbildungsförderung eröffnet, die bis dahin nur einem eingeschränkten Personenkreis zur Verfügung standen. Nun können wir mehr Unternehmen finanziell flexibler bei der Weiterbildung ihrer Beschäftigten unterstützen.“

Sträßer begrüßt diese Gesetze: „Hier zeigt sich, dass die Große Koalition auch gute Arbeit leistet. Als Land haben wir das lange gefordert und unterstützen deshalb das Gesetz . Ich weiß, dass auch Unternehmen und Verwaltungen vor Ort sich hier engagieren wollen.“ 2019 sollen landesweit rund 15.000 sozialversicherungspflichtige Stellen entstehen. Menschen, die lange arbeitslos waren, können durch die geförderte Beschäftigung einen Weg in die Arbeitswelt finden.

Die von der Agentur für Arbeit gestartete Qualifizierungsoffensive „Weiterbildung!“ knüpft an das Qualifizierungschancengesetz an. Tymister: „Beschäftigte weiter zu entwickeln, die schon im Unternehmen arbeiten, ist eine große Chance für beide – Unternehmen und Beschäftigte.“ Nähere Informationen sind im Netz und auf Nachfrage zu erhalten unterWeiterbildung.BergischesLand@arbeitsagentur.de.

Sträßer dankte der regionalen Agentur für Arbeit für ihre Bemühungen: „Die Agentur für Arbeit steht oft in der öffentlichen Kritik. Dabei werden Quantität und Qualität der Arbeit gern unterschätzt. Es geht zwar weiter auch um die Vermittlung von Arbeitsplätzen. Aber das Aufgabensektrum reicht weiter darüber hinaus. Immer mehr gehört dazu die individualisierte Beratung und der Service für Schüler*innen, Erwerbslose, Beschäftigte und Unternehmen.“


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