Mittwoch | 23. Juni 2021
 
Neanderland  | 

Für Radfahrer gelten die gleichen Vorfahrtsregeln wie für alle anderen

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Unter dem Motto "Sicher mobil leben - Radfahrende im Blick" hat die Polizei dabei im gesamten Kreisgebiet Verkehrsteilnehmer kontrolliert.

Symbolbild: Kreispolizeibehörde Mettmann

Die Kreispolizeibehörde Mettmann hat sich am gestern an einer bundesweiten Aktion zur Erhöhung der Sicherheit für Radfahrerinnen und Radfahrer beteiligt. Unter dem Motto „Sicher mobil leben – Radfahrende im Blick“ hat die Polizei dabei im gesamten Kreisgebiet Verkehrsteilnehmer kontrolliert und Verstöße konsequent geahndet. Begleitet wurde der Kontrolltag von einer präventiven Telefonsprechstunde sowie von polizeilicher Öffentlichkeitsarbeit in den sozialen Netzwerken.

Aufgrund des unbeständigen, regnerischen und teilweise auch stürmischen Wetters trafen die Polizeibeamten an diesem Mittwoch an ihren Kontrollstellen im Kreisgebiet nur ausgesprochen wenige Radfahrerinnen und Radfahrer an. Allerdings mussten die Polizeibeamten bis zur Mittagszeit bereits elf Mal Autofahrer verwarnen, die mit ihren Fahrzeugen Fahrradwege versperrt hatten. Hier erwartet die Pkw-Führer nun ein Bußgeld in Höhe von mindestens 55 Euro.

Sieben Radfahrende wurden von den Polizeibeamten angehalten, weil sie die ordnungsgemäße Flächennutzung von Verkehrsflächen nicht beachtet hatten – sprich, weil sie nicht auf nutzungspflichtigen Radwegen unterwegs waren. Ein Radfahrer wurde dabei erwischt, wie er über eine rote Ampel fuhr, was ein Bußgeld in Höhe von mindestens 60 Euro nach sich zieht.

Auf der Facebook-Seite und über die Telefonsprechstunde beantwortete die Polizei zahlreiche Bürgeranfragen rund um das Thema „Sicherheit für Radfahrerinnen und Radfahrer“. So wollte ein Bürger wissen, ob er als Radfahrer grundsätzlich Vorfahrt an einem Kreisverkehr habe, was natürlich nicht der Fall ist (es gelten die gleichen Vorfahrtsregeln, wie für alle anderen Verkehrsteilnehmer auch).

Besorgniserregende Entwicklung

Wie Innenminister Herbert Reul im Rahmen der Landespressekonferenz zur Verkehrsunfallstatistik 2020 bereits im März bekannt gab, stieg die Zahl der Unfälle mit Pedelecs, obwohl es landesweit bei fast nahezu allen anderen Verkehrsbeteiligungsarten zu weniger Unfällen, weniger Verletzten und weniger Getöteten im Straßenverkehr kam. In Nordrhein-Westfalen ist die Zahl der verunglückten Rad Fahrenden auf einem konstant hohen Niveau (15.165 Fahrradunfälle mit Personenschaden in 2020). Die Zahl der verunglückten Pedelecfahrerinnen und -fahrer nahm hingegen in den vergangenen Jahren stetig zu. So sind im Jahr 2020 insgesamt 3.897 Pedelecfahrerinnen und -fahrer verunglückt (+1.189 zu 2019). Davon wurden im Jahr 2020 mehr als dreimal so viele getötet (30) wie im Jahr 2015 und doppelt so viele wie noch 2016. Die Zahl der schwerverletzten Pedelecfahrerinnen und -fahrer stieg von 620 im Jahr 2019 auf 973 in 2020. Bei den Leichtverletzten erhöhte sich die Zahl von 2.065 im Jahr 2019 auf 2.894 in 2020.

Sicherheit liegt der Polizei am Herzen

Da der Kreispolizei die Sicherheit der Radfahrerinnen und Radfahrer immer am Herzen liegt, wird die Behörde auch in Zukunft – im Rahmen der alltäglichen Arbeit – die Einhaltung der Straßenverkehrsregeln in diesem Bereich überwachen und Verstöße konsequent ahnden. Gleichzeitig wird die Polizei weiterhin für ein rücksichtsvolles Miteinander im Straßenverkehr werben – auch außerhalb von Aktionstagen.

Hintergrund der Aktion

Seit 2018 findet die länderübergreifende Verkehrssicherheitsaktion „sicher.mobil.leben“ mit immer wechselnden Schwerpunktthemen statt. In den vorherigen Jahren hatte die Polizei „Brummis im Blick“ oder „Ablenkung am Steuer“ als Schwerpunktthema. 2020 war die Aktion pandemiebedingt ausgesetzt worden. Die Kontrollen am heutigen Mittwoch werden noch bis in die Abendstunden andauern.


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