Dienstag | 28. Mai 2024
 
Neanderland  | 

Jetzt werden Wald und Wiesen zur Kinderstube des Wildes

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Die Kreisjägerschaft appelliert, dass Hunde nun unbedingt beim Spaziergang anzuleinen sind.

Ein friedliches Bild, doch Ricke und Kitzen droht tödliche Gefahr durch unangeleint herumlaufende Hunde. Foto: Bossy

Eindeutig von einem wildernden Hund gerissen entdeckten Spaziergänger vor wenigen Tagen einen Rehbock in einem Bachlauf in Neviges. „Das Tier muss sich schlimm gequält haben, bevor es im Wasser verendete“, berichtet der zuständige Revierjäger. Eine der Hinterkeulen wies eine große Bisswunde auf.

Jetzt im Frühjahr sind Hundehalter zu besonderer Rücksicht verpflichtet. Rehkitze werden in den kommenden Wochen geboren, Fuchswelpen haben schon das Licht der Welt erblickt, Junghasen sind ebenfalls schon auf den Läufen. „Viele Hundebesitzer nehmen an, sie könnten ihren Vierbeiner auch dann noch beherrschen, wenn er Wind von einem Wildtier in die Nase bekommt. Nimmt der Hund aber erst einmal die Verfolgung auf, ist meist nichts mehr zu machen“, bedauert Susanne Bossy, Sprecherin der Kreisjägerschaft Düsseldorf und Mettmann. Sie fordert Hundehalter auf, gerade jetzt zur Brut- und Setzzeit ihre Hunde im Wald und der freien Landschaft unbedingt nur angeleint zu führen: „Diese Bitte gilt auch für kleine Hunde, die vielleicht keine tödliche Gefahr für größeres Wild sind, aber dennoch durch freies Herumlaufen das Ruhebedürfnis der Tiere stören.“

Gerade in unserer von Straßen durchkreuzten Region komme es häufig vor, dass von Hunden aufgeschrecktes Wild panisch in den Straßenverkehr läuft und dort von Autos erfasst wird. So kamen 265 Rehe vom 1. April 2022 bis 31. März 2023 auf den Straßen im Gebiet der Kreisjägerschaft Düsseldorf und Mettmann ums Leben. „Darunter war im Mai auch eine hochträchtige Ricke, die wenige Tage nach dem Unfall zwei gesunde Kitze gesetzt hätte“, erinnert die Sprecherin der Kreisjägerschaft.

Empfindliche Bußgelder riskieren Hundehalter übrigens nicht nur, wenn ihr Hund Wild hetzt oder gar reißt. Eine Ordnungswidrigkeit liegt auch vor, wenn ein Hund frei im Wald oder auf Wiesen und Feldern herumläuft oder Wildtieren nachstöbert. Passiert das mit Vorsatz des Halters, kann es sich sogar um eine Straftat handeln, merkt die Kreisjägerschaft an.


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