Samstag | 4. Juli 2020
 
Neanderland  | 

„Kinderintensivstation am Klinikum Niederberg erhalten“

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Der CDU-Landtagsabegordnete Martin Sträßer betont: "Wohnortnähe bleibt wichtiger Aspekt bei der medizinischen Versorgung."

Martin Sträßer im Fernseh-Interview beim WDR. Foto: Ulrike Müller

Die Neugeborenen-Intensivstation im Velberter Helios-Klinikum Niederberg soll geschlossen werden – das ist Beschlusslage im Kreis. Die Kritik daran wächst. Nicht nur in Velbert. Auch CDU-MdL Martin Sträßer will sie erhalten.

Der Erhalt der Neugeborenen-Intensivstation sei für ihn eine Herzensangelegenheit, so Sträßer. „Ich bin selbst Vater von drei Kindern, die alle im Klinikum zur Welt gekommen sind. Die Klinik kenne ich sehr gut und weiß, dass hier gute Arbeit geleistet wird“, so der Abgeordnete, der in einem Fernseh-Interview beim WDR Stellung bezogen hatte.

Auch wenn Sträßer die Sorgen der Eltern gut verstehen kann, möchte er unnötige Sorgen nehmen: „Normale Geburten – und das sind etwa neunzig Prozent aller Geburten – sind nicht betroffen. Die Geburtsklinik sowie der ‚Hebammengeleitete Kreißsaal‘ bleiben erhalten und stehen weiter mit dem gewohnten Leistungsspektrum zur Verfügung. Auch bei Komplikationen ist die Erstversorgung vor Ort gesichert. Werdende Eltern sollten deshalb keine überstürzten Entscheidungen treffen.“

Eine besondere Herausforderung in der Kinderheilkunde stelle aber die Versorgung von Früh- und Neugeborenen dar, so Sträßer in einer Mitteilung gestern. Um diese zu meistern, sei eine umfangreiche technische Ausstattung und ein hohes Maß an qualifiziertem Personal mit Spezialwissen erforderlich. Diese Leistungen bot das Klinikum Niederberg bisher an. „Und ich möchte, dass das so bleibt.“

„Schließung ist keine Entscheidung der jetzigen Regierung“

Sträßer legt Wert auf die Feststellung, dass die aktuelle Schließung keine Entscheidung der jetzigen Landesregierung und des jetzigen Gesundheitsministers Laumann sei. Sträßer: „Das ist die Umsetzung des Krankenhausrahmenplans von Juli 2013, der noch von der rot-grünen Landesregierung erstellt wurde. Dass die Umsetzung so lang gedauert hat und jetzt ausgerechnet in die Zeit der Corona-Pandemie fällt, ist unglücklich und ärgerlich.“ Sträßer selbst, sagt er, hat davon auch erst vor etwa zwei Wochen erfahren.

Sträßer: „Ich habe sofort den Kontakt zu Minister Laumann aufgenommen und bereits erste Gespräche mit ihm geführt; ein weiteres ist in Vorbereitung. Mir ist wichtig zu erfahren, welche Gründe für die damals geplante Schließung ausschlaggebend waren und ob sie aus Sicht der Experten heute noch Bestand haben.“

Die Frühgeborenenversorgung in Velbert sei im Kreis Mettmann einzigartig und habe sich jahrzehntelang sehr bewährt. Sträßer: „Natürlich muss bei der medizinischen Versorgung die Qualität oberste Priorität haben. Aber ich muss sie auch rechtzeitig erreichen können. Und da Geburten nun mal nicht so zuverlässig planbar sind, hat die Wohnortnähe für mich eine besondere Bedeutung.“


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