Freitag | 26. April 2024
 
Neanderland  | 

Thomas Hendele lobt: „Die Kreise können Krise“

Von

Anlässlich der Landkreisversammlung und dem Festakt „200 Jahre rheinische und westfälische Kreise“ in Borken mahnte der Landrat die Landesregierung hinsichtlich der unterschiedlichen Finanzierung der Kommunen im Land.

Festgäste zum 200-jährigen Jubiläum der NRW-Kreise in Borken: Präsident Landrat Reinhard Sager, Deutscher Landkreistag (1.v.l.), Hauptgeschäftsführer Dr. Martin Klein, Landkreistag NRW (3.v.l.), Minister Franz-Josef Lersch-Mense, Chef der Staatskanzlei NRW (4.v.l.), Vizepräsident Landrat Frank Beckehoff, Landkreistag NRW (5.v.l.), Präsident Landrat Thomas Hendele (6.v.r.), Stellvertretende Ministerpräsidentin Sylvia Löhrmann (4.v.r.), Regierungspräsident Prof. Dr. Reinhard Klenke, Bezirksregierung Münster (3.v.r.), Vizepräsident Landrat Dr. Ansgar Müller (2.v.r.), Landrat Dr. Kai Zwicker, Kreis Borken (1.v.r.).

Eine bessere Finanzausstattung sowie eine Gleichstellung von Kreisen und Städten bei der  Gesetzgebung fordert der Präsident des Landkreistages NRW (LKT NRW), Thomas Hendele, für die 31 Kreise des Landes. Anlässlich der Landkreisversammlung und dem Festakt „200 Jahre rheinische und westfälische Kreise“ in Borken mahnte Hendele die Landesregierung hinsichtlich der unterschiedlichen
Finanzierung der Kommunen im Land.

Die Großstädte würden bevorzugt, die ländlichen Gebiete vernachlässigt. Hendele, Landrat des Kreises Mettmann, bezeichnete die Kreise in NRW als „Joker für die Landesregierung“. So sei der Ansturm in der Flüchtlingskrise durch die Kreise bewältigt worden. Hendele wörtlich: „Kreise können Krise.“ Infolge
des flüchtlingsbedingten Mehraufwands mussten in den Kreisverwaltungen des Landes über 700 neue Stellen geschaffen werden. Einen finanziellen Ausgleich haben die Kreise dafür nicht bekommen.

Hendele fordert eine auskömmliche Finanzierung

Hendele forderte vom Land eine Balance zwischen Geben und Nehmen. Über 200 Aufgaben seien allein in zwei Jahrzehnten von Bund und Land auf die Kreisverwaltungen übertragen worden. Dieser „Kommunalisierungstrend der Staatsverwaltung“ setze sich fort, so Hendele. Angesichts steigender Sozialausgaben und mehr Aufgaben für die Kreise forderte Hendele eine „auskömmliche Finanzierung“.
Der Präsident des Deutschen Landkreistages, Reinhard Sager, kritisierte die zu geringen Finanzmittel der Kreise bei zunehmenden Pflichtaufgaben. „Die Kreise sind Träger der sozialen Lasten ohne eigene Steuerquellen“. Das müsse geändert werden.

Löhrmann lobt die Kreise

Ohne das „großartige Engagement der Kreise“ hätte NRW die Bewältigung der Flüchtlingskrise nicht geschafft, lobte die stellvertretende Ministerpräsidentin des Landes NRW, Sylvia Löhrmann, beim  Festakt. Immerhin mussten im vergangenen Jahr 289.000 Flüchtlinge in NRW versorgt werden. Gerade in den Bereichen Flüchtlinge und Soziales werde deutlich, dass den Kreisen eine zentrale Rolle im Land zukomme. Die steigenden Sozialausgaben seien eine „große Herausforderung im kommunalen Bereich“, so Löhrmann. Die Kreise hätten „Großartiges geleistet“ und dass sie ihre Aufgaben gut erfüllten, stärke das Vertrauen der Menschen in staatliches Handeln, vor allem mit Blick auf Lebensqualität, Wirtschaft und Umwelt. Der ländliche Raum leiste „mit seinem starken Mittelstand einen entscheidenden Beitrag zur Wirtschaftsleistung von Nordrhein-Westfalen“. Die Kreise seien ein „stabiles Fundament“, auf das die Landesregierung weiter baue. Den LKT NRW würdigte Löhrmann als „starke Stimme der Kreise in Nordrhein-Westfalen“.

Der Landkreistag Nordrhein-Westfalen (LKT NRW) ist der kommunale Spitzenverband der 30 Kreise des Landes sowie der Städteregion Aachen mit über 10,5 von 17,5 Millionen Einwohnern.


Alle Rechte vorbehalten.

Wo kann ich diesen Artikel kommentieren?

Leider bieten wir diese Funktion nur unseren Abonnenten an. Registrieren können Sie sich hier. Sollten Sie bereits Abonnent von Taeglich.ME sein, so können Sie sich hier einloggen und diesen Artikel kommentieren.