Sonntag | 3. März 2024
 
Kurz notiert im Neanderland  | 

Velbert | Schließung eines Seniorenzentrums ist „ein menschliches Desaster“

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Velberts Bürgermeister Dirk Lukrafka ist erschüttert, dass ein Weiterbetrieb des Seniorenzentrums Velbert am Wordenbecker Weg nicht möglich ist, da sich der Vermieter und der interessierte Käufer nicht geeinigt haben. „Dass nun die mehr als 100 Seniorinnen und Senioren aus ihrem gewohnten Umfeld in andere Einrichtungen umziehen müssen, ist ein menschliches Desaster“, so Lukrafka.

Er habe persönlich in den letzten Wochen viele Gespräche geführt – sowohl mit dem Insolvenzverwalter als auch mit dem Kreis Mettmann – um aktuell über den Stand der Verkaufsverhandlungen und „den nun leider nicht mehr zu vermeidenden Umzügen informiert zu werden“. Nach den vorliegenden Informationen scheine die Situation insbesondere dem teilweise überhitzten Immobilienmarkt geschuldet zu sein. „Hier wurde Geld auf dem Rücken der Seniorinnen und Senioren und der Beschäftigten verdient. Eine Situation, die auch andernorts zu beobachten ist“, so Bürgermeister Dirk Lukrafka. „Zudem deutet vieles darauf hin, dass Heimbewohnerinnen und Heimbewohner in der Insolvenz weniger geschützt seien als Mieterinnen und Mieter.“

Zu den anstehenden erforderlichen Umzügen sagt er: „Ich bin nach den mir vorliegenden Informationen optimistisch, dass alle Bewohnerinnen und Bewohner des Seniorenzentrums Velbert vor seiner Schließung in anderen Einrichtungen untergebracht werden können. Ein Umzug in eine Velberter Einrichtung ist das Ziel, dass aber leider in einigen Fällen nicht erreicht werden kann.“

Immerhin gibt es laut Lukrafka nach den ihm vorliegenden Informationen der Koordinierungsgruppe des Insolvenzverwalters und der Heimleitungen, die sich gerade eigenverantwortlich abstimmen, die Absicht, die zu Pflegenden und deren Pflegepersonal gruppenweise in die neuen Einrichtungen unterbringen zu wollen. Ziel sei es, bestehende Kontakte zwischen den zu Pflegenden und das ihnen bisher zugeordnete Personal zusammenzuhalten.

Der Bürgermeister weist darauf hin, dass die städtische Abteilung Soziale Sicherung im Austausch mit dem Kreissozialamt steht, um Anfragen von Bewohnerinnen und Bewohnern und deren Angehörigen zum Umzug in andere Einrichtungen koordiniert zu beantworten.

„Da unsere Gesellschaft weiter altert, die Zahl der pflegebedürftigen Menschen weiter zunimmt und immer mehr Pflegeplätze und Pflegeeinrichtungen benötigt werden, fordere ich Bund und Land dazu auf, die Situation der Altenpflege schnellstmöglich und nachhaltig zu verbessern“, so der Bürgermeister. „Der Prüfung der Trägerschaft von Pflegeheimen in kommunaler Trägerschaft stehe ich dabei aufgeschlossen gegenüber.“


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