Donnerstag | 18. Juli 2019
 
Kurz notiert im Neanderland  | 

Velbert | Schüsse in der Nacht

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Gestern gegen 22 Uhr meldeten Bewohner des Velberter Ortsteils Birth der örtlichen Polizei, dass sie gerade im Bereich Nelkenweg mehrere Schussgeräusche wahrgenommen hatten. Auch die Beamten einer sofort dorthin entsandten Streifenwagenbesatzung konnten wenig später eigene Wahrnehmungen gleicher Art machen und dann auch sehr schnell den genauen Ort der Schussabgaben lokalisieren.

Auf einem Parkplatz am Nelkenweg trafen die Einsatzkräfte auf zwei deutlich alkoholisierte 28- und 33-jährige Velberter. Während der 28-Jährige mit einer Schusswaffe posierte und dabei gerade auch offenbar wiederholt Schüsse abgegeben hatte, filmte der 33-jährige Begleiter die martialische Selbstdarstellung seines Bekannten.

Aus Gründen der polizeilichen Eigensicherung wurden beide Männer unter Vorhalt polizeilicher Waffen zu Boden gesprochen, entwaffnet und dann erst genauer überprüft. Dabei stellte sich heraus, dass es sich bei der Schusswaffe der beiden Männer um eine freiverkäufliche Gas-/Schreckschusswaffe mit der Kennzeichnung PTB (Physikalisch-Technische-Bundesanstalt) handelte, für deren Mitführung in Deutschland der sogenannte „kleine Waffenschein“ gesetzlich vorgeschrieben ist. Während der 33-jährige Eigentümer der Waffe einen solchen besitzt, konnte der aktuell angetroffene 28-jährige Waffenträger einen solchen nicht vorweisen. Doch auch mit „kleinem Waffenschein“ ist die öffentliche Schussabgabe mit solchen Waffen nicht erlaubt. Davon hatte aber angeblich selbst der Besitzer des „kleinen Waffenscheins“, der vor dem Eintreffen der Polizei nach aktuellen Erkenntnissen ebenfalls selber mit seiner Waffe Schüsse abgegeben hatte, noch nichts gehört.

Die Velberter Polizei stellte sowohl die PTB-Waffe samt aufgefundener Munition und auch den „kleinen Waffenschein“ des 33-jährigen Velberters sicher, zu Beweiszwecken zusätzlich auch dessen Smartphone, mit dem die abendlichen Schüsse dokumentiert worden waren. Durchgeführte Atemalkoholtests ergaben bei dem 28-jährigen Beschuldigten einen Wert über 1,5 Promille (0,78 mg/l), bei dem 33-jährigen Betroffenen mehr als 1,1 Promille (0,56 mg/l)

Den 28-jährigen Velberter erwartet nun ein Strafverfahren, den 33-Jährigen ein Ordnungswidrigkeitsverfahren nach dem Waffengesetz wegen des Führens ohne Erlaubnis sowie der Benutzung einer erlaubnispflichtigen Schreckschusswaffe (PTB-Waffe) in der Öffentlichkeit. Zudem wird die zuständige Waffenbehörde den Vorfall zum Anlass nehmen, die Eignung des 33-jährigen Velberters zum Besitz des sichergestellten „kleinen Waffenscheins“ erneut zu prüfen.


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