Donnerstag | 5. August 2021
 
Wülfrath  | 

„Gemeinsam für bezahlbaren Wohnraum“

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Preisgebundener Mietwohnungsbestand: In Wülfrath wird eine Rückgang von fast 18 Prozent bis 2030 erwartet.

Foto: TME

Ob aus privaten, beruflichen Gründen oder weil die Mietkosten das Budget sprengen: Spätestens, wenn ein Umzug unvermeidbar wird, stehen Mieterinnen und Mieter vor einem Problem. „Der Schwund an günstigem und bezahlbarem Wohnraum ist spürbar und entsprechend schwer ist es, eine angemessene Wohnung zu finden“, so Ilona Küchler, Ratsfrau Die Linke/Wülfrather Liste und Kreistagsabgeordnete. Und dieser Trend wird sich laut einer „Modellrechnung zur Entwicklung des preisgebundenen Mietwohnungsbestandes bis 2030“ der NRW Bank deutlich verstärken.

„Wird nicht endlich gegengesteuert, wird der Kreis Mettmann einen Rückgang des Wohnungsbestandes bis 2030 von circa 30 Prozent verzeichnen“, so Küchler. Deutliche Rückgänge werden zum Besipiel in den Städten Monheim am Rhein (-63,8%), Heiligenhaus (-61,7%), Mettmann (-54,7%) und Langenfeld (-52,3%) prognostiziert. In den anderen kreisangehörigen Städten sieht es jedoch nicht besser aus. „Auch wenn für Wülfrath (-17,7%) oder Velbert (-8,9%) nach aktuellem Stand, die Prognosen niedriger ausfallen – ein Grund zum Jubeln ist dies nicht.“

Fakt sei, der Kreis Mettmann brauche mehr leistbare Wohnungen für Menschen mit normalem und wenig Einkommen. „Zeit um in eine Schockstarre zu fallen, haben wir nicht“, sagt Küchler. Und so brauche es Ideen und vor allem den politischen Willen, den Ausgleich zwischen Wohnungsnachfrage und -bedarf über Verwaltungsgrenzen hinaus, anzugehen. „Der Kreis darf seine Rolle nicht nur in der Zuständigkeit für die Bewilligung der Fördermittel sehen, sondern sollte nach Möglichkeit unterstützend wirken.“

Um gesunden, barrierefreien und bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, müsse an einem Strang gezogen werden. Kommunen und Kreis müssten gemeinsam alternative Handlungskonzepte entwickeln. Küchler: „Leerstehende Bürogebäude in Wohnungen umzuwandeln, ist zum Beispiel eine Möglichkeit, um den Druck aus dem Wohnungsmarkt zu nehmen. Tatsächlich kann dies bedeuten, dass die politischen Vertreter:innen der Kommunen Bebauungspläne von gewerblicher zur gemischten Nutzung anpassen müssten.“

In Anbetracht dessen, dass aktuell alle Parteien signalisieren würden, so schnell wie möglich Wohnraum für die Menschen zu schaffen, sollte diese bürokratische Hürde jedoch zu schaffen sein, befindet die Linkspolitikerin.


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