Montag | 30. November 2020
 
Kurz notiert in Wülfrath  | 

Gewaltschutz für Frauen und Mädchen in der aktuellen Corona-Krise

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TME-Service: Die Stadt weist darauf hin, dass die Fachberatungsstellen weiterhin beraten - mit vielen Kontaktadressen.

Das Coronavirusbreitet sich in Deutschland und überall auf der Welt rasant aus. Die Lage ist sehr ernst „und für Frauen in vielerlei Hinsicht herausfordernd“, wie die städtische Gleichstellungsstelle anmerkt. Seien es doch mehrheitlich Frauen, die in systemrelevanten Berufen wie in der Pflege, in der Erziehung und im Einzelhandel arbeiten. Und: „Ihre Arbeitsbedingungen haben sich verschlechtert, bei unverändert schlechter Bezahlung. Gleichzeitig stehen viele Familien aktuell vor der großen Herausforderung, das Zusammenleben mit Kindern, die nicht in die Kita und Schule gehen können, zu organisieren. Auch hier sind Frauen in einer ganz besonderen Belastungssituation. Denn die meisten stemmen nach wie vor den größten Teil der Sorgearbeit. Zu all dem wachsen die Befürchtungen, dass in anhaltender Isolierung und Quarantäne zuhause die Gewalt in Familie und Partnerschaft massiv ansteigen wird.“

Wenn das Zuhause kein sicherer Ort ist

Meldungen aus China bestätigen mittlerweile, was Fachberatungsstellen für Betroffene geschlechtsspezifischer Gewalt auch in Deutschland befürchten: In der aktuellen Krisensituation mit starken Einschränkungen im öffentlichen Leben steigt die Gefahr für Frauen und Kinder, häusliche und sexualisierte Gewalt zu erfahren. Auch die NRW-Polizei berichtet von steigenden Fällen aus diesem Bereich. Das eigene Zuhause ist zu oft kein sicherer Ort. Laut einer Pekinger Frauenrechtsorganisation war die Zahl der Betroffenen von häuslicher Gewalt, die sich während der verordneten Quarantäne an die Hilfsorganisation gewandt haben, dreimal so hoch wie zuvor.

Während das Gewaltrisiko steigt, fallen Verletzungen oder Unterstützungsbedarfe von Betroffenen  weniger auf, wenn Betroffene zum Beispiel nicht mehr zur Arbeit gehen.

Für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, die von Gewalt im direkten sozialen Umfeld betroffen seien, könne die aktuelle Situation bedeuten, „Tätern, Täterinnen ständig ausgeliefert zu sein“.

Gleichstellungsbeauftragte Gudula Kohn: „Wir möchten Betroffene und Bezugspersonen ermutigen, sich Unterstützung bei sexualisierter oder häuslicher Gewalt zu suchen und damit nicht allein zu bleiben. Fachberatungsstellen und andere Hilfseinrichtungen sind auch weiterhin telefonisch und online erreichbar und unterstützen im Einzelfall. Die Vernetzungsstellen und die ihnen angeschlossenen Fachberatungsstellen unterstützen außerdem die Aufrufe für eine solidarische Nachbarschaft. Das ist ein guter Ansatz, der auch in Fällen von häuslicher und sexualisierter Gewalt hilfreich ist. Wichtig ist es, nicht wegzuschauen, sondern Zivilcourage zu zeigen und Betroffenen Unterstützung anzubieten oder sich selbst über Hilfsangebote zu informieren. Auch Unterstützungspersonen können sich Hilfe holen und beraten lassen, wenn sie unsicher sind, wie sie Betroffene unterstützen können.“

Hilfe in Ihrer Nähe

Sozialdienst Katholischer Frauen und Männer Mettmann; Persönliche Beratung, Telefon: 02104 1419-0

Häusliche Gewalt: Zu unserem Tätigkeitsbereich rund um Hilfen gegen häusliche Gewalt gehören das Frauen- und Kinderschutzhaus  Tag + Nacht  Tel.: 02104/922220; die Interventionsstelle gegen häusliche Gewalt und das Wohnprojekt für Frauen.  

Fachberatungsstelle gegen sexualisierte Gewalt: In der Fachberatungsstelle gegen sexualisierte Gewalt erhalten Menschen Beratung, Unterstützung und professionelle Hilfe. 

Hilfen für geflüchtete Frauen: Seit Herbst 2015 engagiert sich der SKFM in den verschiedenen Fachbereichen intensiv für die Unterstützung von geflüchteten Frauen. Daraus entstanden spezifische Hilfen für geflüchtete Frauen.

Weitere bundesweite Hilfsangebote

 Es stehen Hotlines für Betroffene und Bezugspersonen zur Verfügung, an die sie sich kostenfrei und bei Bedarf auch anonym wenden können:

Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen: 08000 116 016; www.hilfetelefon.de

Hilfetelefon sexueller Missbrauch: 0800-22 55 530; www.nina-info.de/hilfetelefon.

Gewaltlos.de ist eine Internetberatung für Mädchen und Frauen, die von Gewalt betroffen sind. Zentrales Medium ist der Chat, der rund um die Uhr geöffnet ist. Hier finden Mädchen und Frauen sofort und niedrigschwellig Unterstützung, Beratung und Austausch. Anonym und kostenfrei. www.gewaltlos.de

Online-Beratung für Jugendliche: www.nina-info.de/save-me-online


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