Dienstag | 24. September 2019
 
Kurz notiert in Wülfrath  | 

Leserbrief | Bürgerinitiative Düssel-West macht gegen Bebauung mobil

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In Düssel hat sich die Bürgerinitiative „Düssel-West“ gegründet, die sich gegen eine Bebauung der Felder westlich der L422 wendet. Für ein entsprechendes Vorhaben will das Land den Regionalplan ändern (TME berichtete). Die Bürgerinitiative hat mittlerweile im Rathaus vorgesprochen und folgenden Offenen Brief veröffentlicht:

„Mit Verwunderung, überrascht sowie verständnislos haben wir die 1. Änderung des Regionalplanes Düsseldorf (sowohl die zunächst vorgesehenen Sondierungsflächen als auch die nunmehr geplanten als regional bedeutsam etiketierten ASB-Darstellungen) zur Kenntnis genommen.

In einer Zeit in der alle von Klimaschutz und Artensterben sprechen, liegt nun eine Änderung der Regionalplanung vor, die insbesondere für den Bereich der Stadt Wülfrath die vorhandenen Probleme negiert und noch verstärkt. Da formiert sich sofortiger Widerstand, hier vor allem zur Baulandentwicklung Düssel-West.

Trotz den sehr wahrscheinlichen sowie erheblich beeinträchtigenden Umweltauswirkungen ist nur wegen des hohen Wohnbauflächenbedarfes der Landeshauptstadt Düsseldorf in Düssel-West die Wohnbaulandentwicklung offiziell in den Blick genommen worden. Sie planen mit der Regionalplanungsbehörde den „Allgemeinen Siedlungsbereich (ASB)“. Dieses nun sogar ausgedehnt, nämlich auf die Westseite der Landesstraße L 422.

In der Regionalratsvorlage für seinen Erarbeitungsbeschluss, am 26.06.2019, wird dieses Vorgehen mit einem 2018/2019 durchgeführten Flächenranking dargestellt. Dieses Ranking sei im Ergebnis aufgrund deutlicher Veränderungen in der Bevölkerungsentwicklung entstanden. Zugleich ist in dieser Regionalratsvorlage dargestellt, dass für Düssel-West detaillierte Prüfungen zur raum- und umweltverträglichen Ausgestaltung des Vorhabens fehlen. Diese seien insoweit den nachfolgenden Planungsstufen vorbehalten.

Wir als Bürger fragen uns aber schon länger, wie es denn sein kann, den Flächenverbrauch zu steigern, wenn bereits heute pro Tag 65 ha Land in der BRD versiegelt werden.

Nach Auskunft der Landwirtschaftskammer Mettmann werden die gesamten landwirtschftlich genutzten Flächen im Kreis Mettmann bis zum Jahr 2090 verbraucht sein, wenn der Flächenverbrauch nicht unverzüglich gestoppt wird. Eine aus Klima-und Artenschutzgründen immer wieder geforderte regionale nachhaltige Versorgung der Bevölkerung wird damit unmöglich.

Wir wissen zur Zeit noch nicht, wie sich die politischen Parteien im Kreis Mettmann und der Stadt Wülfrath abschließend positionieren werden.

Als Bürger dieser Stadt beabsichtigen wir aber, eine Bürgerinitiative zu mobilisieren, um deutlich zu machen, dass die mögliche Bebauung insbesondere von Düssel-West nicht sang- und klanglos hingenommen werden kann.

Die Initiatoren der Bürgerinitiative werden die Öffentlichkeit durch Pressekonferenzen, Gespräche mit Bürgern, Vereinen usw. informieren und die Gründe für die Ablehnung der ASB-Darstellung und damit gegen die Wohnbauentwicklung Düssel-West deutlich machen.

Wir sind gerne bereit, den im Rat vertretenen Parteien dezidiert die Gründe für eine Ablehnung der 1. Regionalplanänderung für den Bereich Wülfrath vorzustellen und die jeweiligen Standpunkte sowie Interessenlagen zu diskutieren.

Mit freundlichen Grüßen
Andreas Ball-Sadlo, Michael Münch, Reinhardt Weniger“


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