Freitag | 22. September 2017
 
Kurz notiert in Wülfrath  | 

Leserbrief | Martinszüge: Lichter gegen den Terror

Von

Zur Diskussion um die Martinszüge in Wülfrath haben wir folgenden Leserbrief des CDU-Ratsherrn Martin Sträßer erhalten:

„In der gestrigen Sitzung des Ausschusses für Umwelt und Ordnung der Stadt Wülfrath hat die Verwaltung nochmals vorgetragen, dass sie nicht gewillt ist, in diesem Jahr mehr als drei Martinszüge zu genehmigen. Das hatte sie offensichtlich bereits allen potenziellen Veranstaltern im Vorfeld auch schriftlich so mitgeteilt. Ganz persönlich halte ich die Vorgehensweise und Entscheidung für falsch – und auch rechtlich in dieser Form nicht für haltbar. Deshalb möchte ich ganz persönlich dazu auch wie folgt meine Meinung äußern:

Die Verwaltung hat gar kein Recht – und auch nicht die Aufgabe – festzulegen, welche Martinszüge stattfinden dürfen und welche nicht. Wenn alle Verwaltungen so handeln würden, würden in Deutschland tausende Umzüge nicht mehr stattfinden. Damit hätte der Terror des IS nicht nur Menschenleben gekostet, sondern auch bis in die kleinste Stadt erfolgreich das kulturelle Leben angegriffen.

Wenn wir in Sonntagsreden beschwören, nicht vor dem Terror zurückweichen zu wollen und stattdessen an unseren Werte und unserer Kultur festzuhalten, dann muss das auch im (Verwaltungs-)Alltag gelebt werden. Nichts ist ohne Restrisiko, aber Wülfrath ist nicht Nizza, Berlin oder Barcelona. Ein Handeln mit Augenmaß ist deshalb notwendig!
Ich wünsche mir, dass alle, die im vergangenen Jahr einen Martinszug durchgeführt haben und in diesem Jahr wieder einen Zug durchführen sollen, einen Antrag stellen und eine Genehmigung bekommen. Ich wünsche mir eine Verwaltung, die Hilfestellung leistet, damit jeder gewünschte Zug stattfinden kann und dabei eine Abwägung trifft, die Wülfrather Maßstäben gerecht wird. Und ich wünsche dann allen Zügen eine große Beteiligung als Zeichen lebendiger Gemeinschaften. Lasst uns möglichst viele Lichter anzünden gegen den Terror und für die Beibehaltung unserer kulturellen Werte!“

Martin Sträßer
Am Stadtpark 33


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