Freitag | 5. Juni 2020
 
Wülfrath  | 

SPD und Wülfrather Gruppe sagen Ritsche Unterstützung zu

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Erste Reaktionen auf die Bewerbung des 1. Beigeordneten um das Bürgermeisteramt: "Ein demokratischer Prozess", sagt Andreas Seidler (CDU) zum Beispiel.

1. Beigeordneter und Kämmerer Rainer Ritsche. Foto: TME

Montag hat er seine Kandidatur als unabhängiger Bewerber, der 170 Unterstützungsunterschriften  sammeln muss, angekündigt. Gestern erhielt er Zuspruch aus der Politik. SPD und Wülfrather Gruppe kündigten auf TME-Nachfrage an, Rainer Ritsche, 1. Beigeordneter, in seinem Kampf ums Rathaus unterstützen zu wollen. Andreas Seidler, CDU-Vorsitzender und designierter Bürgermeister-Kandidat, kommentierte Ritsches Bewerbung knapp: „Der Bürger hat so eine breitere Auswahl.“

Seidler erwartet, wie er TME sagt, einen „interessanten Wahlkampf“. Die Kandidatur Ritsches sei immer wieder mal Thema gewesen. „Das ist ein demokratischer Prozess.“ Am Ende der Wahlkampfes würden sich die Unterschiede, so Seidler sicher, „ganz klar herauskristallisieren“.

Locker reagiert Benjamin Hann, wie Ritsche unabhängiger Bürgermeister-Kandidat, auf die Ankündigung des Beigeordneten: „In den letzten Wochen war der Name Ritsche immer wieder mal in Verbindung mit der Kandidatur um das Bürgermeisteramt zu vernehmen. Letztendlich dennoch eine interessante Wendung der Lage. Ich habe Herrn Ritsche bislang als sehr schätzenswerten Kollegen kennengelernt und freue mich nun auf einen spannenden und fairen Wahlkampf.“

Die Grünen, die am 29. Mai ihren Bürgermeister-Kandidaten nominieren wollen, reagieren zurückhaltend. Vorstandssprecher Thomas May: „Wir finden Herrn Ritsche als sehr guten Kämmerer und wir haben in der Vergangenheit auch immer gut zusammen gearbeitet. Ich denke, er muss sich jetzt in der Wahlphase beweisen, warum er auch als Bürgermeister einen guten Job machen möchte. Zudem finde ich es grundsätzlich für die Demokratie ein gutes Zeichen, wenn am Ende mehrere Bürgermeisterkandidaten zur Wahl stehen.“

Dass die SPD Ritsches Bewerbung unterstützt, überrascht nicht. Ortsvereinsvorsitzender Wolfgang Preuß und Fraktionsvorsitzender Manfred Hoffmann erklärten: „Der SPD-Vorstand und die SPD-Fraktion begrüßen die Bürgermeister-Kandidatur des 1. Beigeordneten Rainer Ritsche.

Die zukünftigen Herausforderungen für die Stadt Wülfrath  brauchen einen Verwaltungsfachmann mit Führungsanspruch für die vielfältigen Aufgaben der Verwaltung, wie aber auch einen Bürgermeister, der die Erwartungen der Bürgerinnen und Bürger an eine bürgernahe und bürgerfreundliche Verwaltung erspürt und erfüllen kann.

Herr Ritsche bringt als unabhängiger und parteiloser Kandidat diese Eigenschaften mit. Seine freundliche und Menschen zugewandte Art wie aber auch seine Fachkompetenz, die er in seiner bisherigen Aufgabe als Kämmerer dieser Stadt unter Beweis gestellt hat, macht ihn zu einem guten Kandidaten für das Amt des Bürgermeisters.

Die SPD Wülfrath unterstützt deshalb diese Kandidatur und wird auf einen eigenen Kandidaten verzichten.“

Die WG hatte früh angekündigt, bei der Kommunalwahl 2020 keinen eigenen Kandidaten aufstellen zu wollen. Nun sagt sie Ritsche ihre Unterstützung zu. „Wir freuen uns über die Bereitschaft von Rainer Ritsche, für das Amt des Bürgermeisters zur Verfügung zu stehen“, so Wolfgang Peetz, Fraktionsvorsitzender der Wülfrather Gruppe. Damit hätten die Wählerinnen und Wähler eine klare Alternative. „Auf der einen Seite mit Andreas Seidler einen Parteisoldaten, der das große Ziel hat, „dass die CDU alle Wahlkreise gewinnt“ und der sich mit dem Bürgermeisterposten einen Kindheitstraum erfüllen möchte. Auf der anderen Seite steht mit Rainer Ritsche ein Kandidat, der die Verwaltung seit Jahren kennt und mit allen Parteien im Rat gut zusammenarbeitet. Nicht ohne Grund ist er zweimal ohne Gegenstimme zum Kämmerer gewählt worden. Man muss nicht immer einer Meinung sein, aber seine ruhige und sachliche Art tut allen gut“, so Wolfgang Peetz.

Die Wahl von Rainer Ritsche wäre aus Sicht der Wülfrather Gruppe eine geordnete Übergabe des Staffelstabs von Claudia Panke an ihren langjährigen Vertreter und ein Zeichen von Kontinuität in schwierigen Zeiten.

„Bei dem Erdrutsch, den unsere Finanzen zur Zeit erleben und bei dem, was noch auf uns zu kommt, wäre Rainer Ritsche mit seiner ruhigen Hand genau der richtige Bürgermeister für Wülfrath,“ meint Peetz.

Lob für Rainer Ritsche auch aus der FDP, die aber offen lässt, ob sie ihn oder einen anderen Kandidaten unterstützen wird. Vorsitzender Jürgen Merrath: „Herr Ritsche bringt als langjähriger Kämmerer und Vertreter der Bürgermeisterin bei der Leitung der Verwaltungsgeschäfte zweifelsohne hervorragende Voraussetzungen für das Amt des Bürgermeisters mit. Die FDP hat während dieser Zeit immer wieder seine Fachkompetenz, seine persönliche Integrität ebenso auch seine ruhige und ausgeglichene Art kennen und schätzen gelernt. Mit der Kandidatur von Herrn Ritsche ergibt sich für die Wülfrather Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit, zwischen mindestens drei Kandidaten zu wählen. Diese Auswahlmöglichkeit wird von der FDP durchaus begrüßt. Ob und wen die FDP gegebenenfalls als Bürgermeisterkandidat unterstützt, werden wir demokratisch mit den Mitgliedern bei unserer Aufstellungsversammlung entscheiden. Diese wird nach derzeitiger Planung voraussichtlich am 18. Juni im Restaurant Akropolis stattfinden.“


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