Sonntag | 18. November 2018
 
Kurz notiert in Wülfrath  | 

Vor 80 Jahren brannten die Synagogen – Gebet und Gedenken in der Stadtkirche

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Heute – am Vorabend zum 9. November – lädt die Ev.-ref. Kirchengemeinde Wülfrath in die Stadtkirche Wülfrath ein. Um 18 Uhr ist die neu renovierte Stadtkirche geöffnet, zum gemeinsamen Gebet, zur Erinnerung, zum Schweigen und zum Gedenken.

Vor 80 Jahren, in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938, brannten Synagogen und jüdische Gemeindehäuser. Mehr als die Hälfte aller Synagogen oder Gebetshäuser auch bei uns im Rheinland wurde stark beschädigt oder ganz zerstört. Juden und Jüdinnen wurden ermordet, gedemütigt und verhaftet. „Viele unserer Gemeindeglieder damals beteiligten sich an diesen Verbrechen oder nahmen sie hin. Nur sehr wenige widerstanden. „Tu deinen Mund auf für die Stummen und für die Sache aller, die verlassen sind.“ (Sprüche 31,8) Dieses widerständige Wort hatte Dietrich Bonhoeffer bereits Jahre vor der Pogromnacht als klares Handlungskriterium an unser Kirche-Sein geknüpft: „Wer weiß denn das heute noch in der Kirche, dass dies die mindeste Forderung der Bibel in solchen Zeiten ist?“, schrieb er schon 1934“, so die Gemeinde in einer Pressemitteilung.

Präses Manfred Rekowski: „Unser Gedenken an das Verbrechen des 9./10. November 1938 und an die Schrecken der Shoa verpflichtet uns, auch heute entschieden gegen alle Formen der Judenfeindschaft einzustehen. Daher danke ich für alles Engagement bei den Gedenkveranstaltungen in diesen Tagen und ermutige Sie: Treten Sie weiterhin ein für Begegnungen mit jüdischen Gemeinden in Ihrer Nachbarschaft. Es ist ein Segen, dass wir diese Gelegenheiten heute nach allem, was geschehen ist, wieder haben.“


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