Montag | 15. Juli 2019
 
Wülfrath  | 

„Wir fürchten die Vernichtung unserer Arbeitsplätze“

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Knorr Bremse Steering Systems: Die IG Metall ruft zur Demonstration samt Kundgebung auf.

Etwa 400 Metaller nahmen 2018 an der Kundgebung in der Henry Ford II.-Straße teil. Foto: TME

Die IG Metall ruft für den kommenden Donnerstag, 23. Mai, zur Demonstration auf. „Die Beschäftigten der Firma Knorr Bremse Steering Systems kämpfen um den Erhalt ihrer Arbeitsplätze“, nennt die Gewerkschaft den Anlass. Der Demonstrationszug soll um 14 Uhr vor dem Werkstor an der Henry Ford II.-Straße beginnen. Auf dem Heumarkt ist eine Kundgebung geplant.

In einem Schreiben weist Ahmed Yildiz, Betriebsratsvorsitzender des Werks Wülfrath, auf die Sitiation hin. Im Jahr 2016 habe das „hochprofitable Unternehmen Knorr-Bremse“ den Standort übernommen. Seit mehr als zwei Jahren warte die Belegschaft auf das zugesicherte Zukunftskonzept. „Investitionen sollten folgen, Aufträge gewonnen und Arbeitsplätze gesichert werden.“ Stattdessen habe das Unternehmen in Asien investiert und einen anderen Lenkungshersteller eingekauft. Yildiz: „Wir fürchten die Vernichtung unserer Arbeitsplätze und den Verlust des Wülfrather Standorts.“

Die Demo soll daher ein Zeichen setzen. Die Bevölkerung ist aufgerufen, daran mitzuwirken.

Die Linke hat sich solidarisch mit den Beschäftigten der Knorr-Bremse SteeringSystems GmbH und ihrer Gewerkschaft IG Metall „im Kampf um den Erhalt des Wülfrather Standortes und den damit verbundenen Arbeitsplätzen“ erklärt.

Fraktkonsvorsitzende Ilona Küchler: „Als wir erfahren haben, dass Knorr-Bremse SteeringSystems einen Lenkungshersteller in Asien erworben hat, waren wir erst einmal sprachlos. Erst im Jahr 2016 hatte das Unternehmen tedrive Steering Systems GmbH übernommen und mit vollmundigen Versprechen, Investitionen in Aussicht gestellt, um Aufträge zu generieren und Arbeitsplätze zu sichern. Nun stehen wieder hunderte Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer vor einer ungewissen Zukunft und machen sich berechtigte Sorgen.

Wir halten es für richtig und bitter nötig, dass die Kolleginnen und Kollegen für jeden einzelnen Arbeitsplatz auf die Straße gehen. Die Linke steht dabei voll und ganz auf der Seite der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und wir sie vor Ort unterstützen!

Wir erwarten von der Knorr-Bremse SteeringSystems GmbH, dass eine Schließung des Wülfrather Werkes und damit verbundene betriebsbedingte Kündigungen unterbleiben. Es darf nicht sein, dass das viel beschworene Unternehmerrisiko allein den Beschäftigten aufgebürdet wird. Wie viele Unternehmensleitungen kennt offensichtlich auch die Knorr-Bremse Geschäftsführung nur eine Logik der Gewinnmaximierung: Und die sieht Verantwortung für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eines Betriebes scheinbar nicht vor. Verantwortung für die Zukunft eines Unternehmens zu übernehmen beinhaltet aber auch, verantwortungsvoll gegenüber dem Lebensrisiko, dem Armutsrisiko und dem Zukunftsrisiko von Menschen und ihren Familien zu handeln.“


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