Wülfrath und seine Menschen lagen ihm am Herzen
Heute ist der langjährige Bürgermeister Prof. Dr. Alois Huning im Alter von 91 Jahren verstorben.

Alois Huning ist tot. Heute Morgen ist er im Kreise der Familie verstorben. Prof. Dr. Alois Huning wurde 91 Jahre alt.
Ratsherr, Parteivorsitzender, Bürgermeister und einfach vielseitig für die Stadtgesellschaft Wülfraths engagiert: Alois Huning. Einer, der Spuren hinterlassen hat. Einer, der über Parteigrenzen hinweg anerkannt war. Einer, dem es wichtig war, sich zu engagieren, sich einzubringen, sich einzumischen. Und so war er mehr als ein – durchaus auch streitbarer – Vertreter einer Partei. Und auch eines seiner Markenzeichen – der Mann mit der Zigarre – bleibt unvergessen
Huning, Vater dreier Jungs, stammt aus dem Osnabrücker Land. Seine Ehefrau – 2018 hatten sie Goldhochzeit gefeiert – lernte er in Münster kennen. Mit ihr zog er in den Kreis Mettmann – zunächst in die Kreisstadt, später schließlich nach Wülfrath. Am Weißdornweg hatte er ein Grundstück gefunden. Über seine Familie kam er früh mit Vereinen – Ehefrau und Söhne zeichnen sich insbesondere auch durch sportliche Leistungen und Aktivitäten aus – in Kontakt. Früher, hat er sich einmal im TME-Gespräch erinnert, habe er auch Sport getrieben, „aber nicht so aktiv wie meine Frau“, wie er schmunzelnd anmerkt. In der Tat ist er eher als gemütlicher Zigarren-Connoisseur bekannt, denn als sportiver Lokalpolitiker – denn als solcher hat er Spuren in der Kalkstadt hinterlassen.
In Wülfrath angekommen, wurde er schnell aktiv in anderen Dingen – im Elternbeirat des Kindergartens, in der Schulpflegschaft von Grundschule und Gymnasium. „Da kommt man in Kontakt und schon war ich in der Politik“, sagte er einmal. Bereits 1974 wurde er Vorsitzender des CDU-Stadtverbandes. Sein Motto: „Wenn man sich einbringen will, dann richtig.“ Beruflich war er erst Lektor bei der Bundeswehr, danach beim Verband Deutscher Ingenieure, später unter anderem an der Uni Düsseldorf. Mit seinen Arbeiten rund um Technik und Philosophie, sagt er, „habe ich mir schließlich einen internationalen Ruf erworben“. Als Professor war er seit 1973 unterwegs.
1975 zog Huning zum ersten Mal in den Rat der Stadt, dem er bis 2004 angehörte – 29 Jahre lang. Dazu kommen zehn Jahre als Kreistagsabgeordneter. Von 1989 bis 1995 war er Wülfrather Bürgermeister, anschließend 1. stellvertretender Bürgermeister unter dem hauptamtlichen Bürgermeister Ulrich Eilebrecht. 2004 hatte er sich komplett aus der politischen Arbeit, die für ihn auch Herzenssache war, verabschiedet. Im „Stadtbild“ aber blieb er viele Jahre noch präsent – bei seinen Rundgängen mit Ehefrau zum Beispiel durch die Innenstadt.
In den vergangenen Jahren war es dann doch sehr ruhig um Alois Huning. Seinen 90. Geburtstag im Februar 2025 hatte er mit der Familie im „Casa Paciello“ gefeiert – mittags mitten in Wülfrath. Da hatte er sich stets gesehen. Mittendrin. So konnte er Stimmen und Strömungen hautnah vernehmen und spüren – und für die Tätigkeit in seinen Ehrenämtern einbringen. Für Wülfrath. Für seine Menschen. Wülfrath wird ihn würdiger Erinnerung halten. Vollkommen verdient.
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