Mittwoch | 1. April 2020
 
Neanderland  | 

„Wir stehen für eine Ökumene der Tat mit tätiger Nächstenliebe“

Von

Gemeinsames ökumenisches geistliches Wort von Superintendent Weber und Kreisdechant Schilling.

Die Superintendenten Buchholz und Weber sowie Kreisdechant Schilling. Foto: TME

„In diesen Tagen erleben wir eine nie gekannte Situation, deren Ausgang wir nicht absehen können. Antworten haben wenig Bestandszeit, kurzfristige Lösungen und Entscheidungen sind an der Tagesordnung. Auch als Kirchen stehen wir vor einer Herausforderung, für die es keine in unserer Zeit vergleichbare Erfahrung gibt: Wir sind mitten in der Passionszeit Jesu, in der Fastenzeit und gleichzeitig in einer großen gesellschaftlichen Krise. Wir können nicht genau beschreiben, ob und wie beides zusammengehört. Wir sollen in dieser Situation von Gott reden und ihn repräsentieren. Wir beteiligen uns nicht an großen Erklärungen und wortreichen Texten, sondern erklären schlicht und einfach:

Wir sind froh über jeden Beitrag, den unsere Kirchen, unsere Gemeinden in dieser Krise leisten können. Wir sind dankbar für die Kreativität, die Christenmenschen in dieser Zeit entwickeln. Dieses Engagement versteht sich als Hilfe für jeden Menschen ohne Ansehen von Person und Konfession.

Wir stehen für eine Ökumene der Tat mit tätiger Nächstenliebe in Diakonie und Caritas. Wir sind verbunden im Gebet für alle Kranken, Besorgten, Ruhelosen und Einsamen. Wir beten für die zahlreichen Berufsgruppen, die von der Krise betroffen sind. Keine Aufzählung kann sie alle erfassen.

Jeden Abend um 19.30 Uhr läuten wir in ökumenischer Verbundenheit unsere Glocken, um allen, die sich in dieser krisenhaften Zeit engagieren, Mut zu machen und unseren Dank für ihr Tun zum Ausdruck zu bringen. In diesen Momenten fühlen wir uns im Gebet miteinander verbunden. So wissen wir uns mitten in der Fastenzeit von Gott getragen, von dem es in der Bibel heißt: „Gepriesen sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus, der Vater des Erbarmens und Gott allen Trostes. Er tröstet uns in all unserer Not, damit auch wir die Kraft haben, alle zu trösten, die in Not sind, durch den Trost, mit dem auch wir von Gott getröstet werden.“ (aus dem zweiten Brief an die Korinther 1, Vers 3 und 4)

Wir sind froh und sehr dankbar für die Kreativität, die unsere Gemeinden in dieser Zeit entwickelt haben und danken allen, die daran mitgewirkt haben und dies weiter tun. Darüber hinaus sind wir sehr dankbar für die ökumenische Verbundenheit, die sich im gemeinsamen Glockenläuten und einem kurzen Gebet ausrückt, das jeder für sich spricht, wenn er die Glocken hört. In der Fürbitte stehen wir bei allen, die Rat und Hilfe suchen, allen Helferinnen und Helfern, Entscheidern, Menschen im Homeoffice, Geschäftsleuten, Unternehmern, und natürlich bei den Erkrankten und Isolierten, Familien, Partnern, die durch die Krankheit getrennt werden. Wir stellen uns auf einen großen Bedarf der Seelsorge, dem wir gerne gerecht werden wollen, ein. Gerade jetzt gilt für uns Christen:

„Was ihr dem Geringsten meiner Nächsten getan habt, das habt ihr mir getan.“ Mt 25,35

Wir wünschen allen Kraft und Stärke, sowie natürlich besonders Gottes Segen.


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