Dienstag | 27. September 2022
 
Wülfrath  | 

Wülfrath blieb von Schneeverwehungen verschont

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Dennoch hatte die Feuerwehr eine Menge zu tun. Testweise setzte sie gestern ein "Medical Car" ein. Die Wehr bittet darum, Hydranten und Gullys von Schnee frei zu halten. Der Bauhof hatte die Situation gut im Griff.

Ein Blickfang im Schneeeinsatz: "Medical Car" heißt dieses Gefährt, das auch in unwegsamem Gebiet zur Patientenrettung eingesetzt werden kann. Die Wehr testete es gestern. Foto: FFW Wülfrath

Der Schneefall brachte der Feuerwehr Wülfrath im Laufe des Sonntags einiges an Arbeit.

Es wurden umgestürzte Bäume, abgebrochene oder lose Äste gemeldet. Durch das Gewicht des nassen Schnees waren etliche Äste abgebrochen oder abgeknickt. Ebenfalls waren einige Bäume umgestürzt oder drohten umzustürzen. Einsatzorte waren unter anderem der Voisberger Weg und die Asbrucher Straße. In einem Fall belastete ein Baum eine Stromleitung. Dieser wurde aus dem Drehleiterkorb heraus entfernt und die Stromleitung wieder entlastet.

Die Straßen in Wülfrath waren gestern durchaus gut zu befahren. Foto: TME
Die Straßen in Wülfrath waren gestern durchaus gut zu befahren. Foto: TME

„Wir hatten uns auf diese besondere Situation vorbereitet“, berichtet Stadtbrandmeister Benjamin Hann TME auf Nachfrage. Vorsorglich waren einige Fahrzeuge mit Schneeketten ausgestattet worden. In der Dependance in Flandersbach hatte sich zudem das THW einquartiert, „um im Fall der Fälle einsatzfähig zu sein“, so Hann. Der starke Schneefall und Schneeverwehungen seien dann aber glücklicherweise ausgeblieben.

Auch wegen der Vorhersagen und der angekündigten Unwetterlage hatte die Freiwillige Feuerwehr kurzfristig ein sogenanntes Medical Car ausgeliehen. Ein Spezialfahrzeug, das am Sonntag durchaus für Aufmerksamkeit sorgte. Dieses Gefährt kann aufgrund seines Fahrgestells auch in unwegsamen Gelände und bei massivem Schneeaufkommen eingesetzt werden. „Das Fahrzeug sollte den Rettungsdienst bei Bedarf im Patiententransport unterstützen, gerade wenn es sich um den Außenbereich gehandelt hätte“, so Hann. Im Laufe des Sonntags hatten sich einige Mitglieder der Feuerwehr mit der Handhabung des Wagens vertraut gemacht.

Ein Problem: Hydranten unter festgefahrener Schneedecke

Der Schneefall hat für die Feuerwehr einen weiteren Nachteil, der im Ernstfall zum Problem werden kann, wie Markus Bilda anmerkt. Die Unterflurhydranten schneien zu.

Die Hydranten sind mit entsprechenden rot-weißen Hinweisschildern an Laternen oder Häusern gekennzeichnet, aber teilweise verstecken sich die Hydranten unter einer festgefahrenen Schnee- oder sogar Eisdecke. „Es kann dann eine Zeit dauern, bis im Falle eines Brandeinsatzes der Hydrant von Schnee und Eis befreit ist“, so Bilda. Erst dann würden die Einsatzkräfte an das benötigte Löschwasser kommen. Zwar führe die Wülfrather Feuerwehr auf ihren Fahrzeugen bis zu 2000 Liter Löschwasser mit sich, „aber dieser Vorrat ist bei einem Brand schnell erschöpft“.

Daher bittet die Feuerwehr: „Achten Sie darauf, dass Sie den Schnee nicht genau auf dem Hydranten anhäufen. Außerdem sollten Sie mit dem weggeschobenen Schnee nicht die Durchfahrt für Einsatzfahrzeuge von Feuerwehr und Rettungsdienst behindern.“ Die Einsatzkräfte könnten, merkt Bilda an, zwar zusätzlich mit einem Tablet, das mit GPS und einer speziellen Software ausgestattet ist, auf die Suche nach den Hydranten gehen. „Aber im Brandfall kommt es auf jede Sekunde an.“ Auch die Gullys sollten möglichst freigehalten werden. Sie sorgen dafür, dass das Wasser bei Tauwetter abfließen kann.

Die Teams des Baubetriebshofes hatten wie hier am Akazienweg die Situation gut im Griff. Foto: TME
Die Teams des Baubetriebshofes hatten wie hier am Akazienweg die Situation gut im Griff. Foto: TME

Im Dauereinsatz waren gestern die Mitarbeiter des Baubetriebshofes. „Alle im Einsatz“, war zu hören – und zu erleben. Auch in den Wohnquartieren waren die Kehrfahrzeuge unterwegs.


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