Dienstag | 5. März 2024
 
Mettmann  | 

Jeder Spontanhelfer könnte auch ein potenzielles Feuerwehrmitglied sein

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Mettmanns Feuerwehr-Projekt "112/150 - Werde ein Teil vom Ganzen!" Ehrenamtlicher Wehrnachwuchs wird gesucht.

Der Einsatz von Kräften der Freiwilligen Feuerwehr Mettmann bei einem gemeldeten Wohnungsbrand stellt exemplarisch einen Aufgabenteil des vielfältigen Portfolios. Foto: FW Mettmann

Der stetige Zulauf neuer Mitglieder ist für die Sicherstellung der Einsatzbereitschaft der Feuerwehr Mettmann ebenso wichtig wie die Motivationserhaltung bei den bereits aktiven Mitgliedern. Zur Kompensation von lebensaltersbedingten Abgängen und zur Erhöhung der Einsatzbereitschaft, muss die Feuerwehr ihre Mitgliederzahlen allerdings nicht nur ausgleichen, sondern weiter anwachsen lassen. Welche hohe Bedeutung und Notwendigkeit für die Gesellschaft ehrenamtlichem Engagement – beispielsweise bei der Feuerwehr – zukommt, wurde zuletzt durch die unermüdliche Einsatzbereitschaft während und nach der verheerenden Flutkatastrophe im Juli 2021 und auch in der aktuellen Situation des Ukraine-Krieges bei der Unterstützung von Geflüchteten deutlich. Die große Anzahl der bisher nicht professionell organisierten Spontanhelfenden zeigte bei dieser Katastrophe eindrucksvoll, welches Potenzial an Hilfsbereitschaft und Organisationstalent in der Mitte unserer Gesellschaft schlummert. Denn jede Spontanhelferin und jeder Spontanhelfer könnte auch ein potenzielles Feuerwehrmitglied sein.

„Glücklicherweise hielten sich bei diesem Ereignis die Schäden im Kreis Mettmann in Grenzen, dennoch hat die Feuerwehr im Alltag und auch bei immer häufiger eintretenden Unwetterereignissen viel zu tun. Und die Bilder von Straßenzügen, die sich in reißende Flüsse verwandelten, sind allgegenwärtig. Rund 200 Mal wurden 2021 ehrenamtliche Kräfte in Mettmann eingesetzt. Es ist Bestandteil eines Grundverständnisses über den Dienst für die Gemeinschaft, der dieses vielseitige Hobby so wertvoll macht. Die Vielseitigkeit besteht aus Gesellschaft, Gemeinschaft, Technik und einem Stück Abenteuer. Innerhalb der Feuerwehr kennt man keine Barrieren aus Bildung, Herkunft, Religion. Genderdiskussion ist bei der Feuerwehr ein Fremdwort“, wirbt die Wehr nun um Nachwuchs.

In Mettmann engagieren sich zurzeit 112 Bürgerinnen und Bürger aktiv in der Einsatzabteilung und weitere zehn in der Unterstützungsabteilung. Das sind insgesamt nur 0,3% der Mettmanner Bevölkerung. Erklärtes Ziel der Feuerwehr ist es, die Anzahl der ehrenamtlichen Mitglieder auf mindestens 150 zu steigern, damit aus dem Projekt „112/150“ ein Ganzes, also 150/150, wird. Dabei sind die Betätigungsfelder innerhalb der Feuerwehr äußerst vielfältig: Entscheidet man sich für eine Tätigkeit in der Einsatzabteilung, so muss man bereit sein, 14-tägig an Übungs- und Ausbildungstrainings teilzunehmen. Nach Abschluss der Grundausbildung wird man im Einsatz- und Alarmdienst eingesetzt. Die Ausbildungsabschnitte absolviert man in der Freizeit. Der Umfang und der Zeiteinsatz werden mit den jeweiligen Mitgliedern besprochen und gemeinsam festgelegt.

In der Unterstützungsabteilung versehen Mitglieder der Feuerwehr ihren Dienst, die keinen Einsatzdienst leisten können oder möchten, sich aber mit ihren Fähigkeiten, Erfahrungen und Interessen in die Feuerwehr einbringen. Unterstützungskräfte nehmen freiwillig und ehrenamtlich wichtige Aufgaben der Feuerwehr außerhalb des Einsatzdienstes wahr. Dies können je nach Neigung zum Beispiel Tätigkeiten im Bereich Verpflegung, Kinderbetreuung im Einsatzfall, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Mediengestaltung, Mitgliederwerbung oder die Übernahme von Verwaltungstätigkeiten sein.

Die Mettmanner Feuerwehr bietet für ehrenamtliche Kräfte, die sich für die Einsatzabteilung interessieren, auch in diesem Jahr wieder einen Grundausbildungslehrgang an, der die beiden ersten Ausbildungsmodule einer Feuerwehrkarriere umfasst. Dieser findet über die Dauer von circa einem Jahr jeweils 14-tägig donnerstagsabends für drei Unterrichtsstunden statt und startet am 28. Aprl in den Räumlichkeiten der Feuer- und Rettungswache in der Laubacher Straße 14.

Am Ende der Grundausbildung stehen eine theoretische und eine praktische Prüfung auf dem Plan. Während man in der Theorie über Fragen zur Organisation, Technik und Taktik alleine brütet, ist man in der praktischen Prüfung, bestehend aus mindestens zwei bis drei Einsatzübungen, nur im Team erfolgreich. Hier gibt es dann keine Einzelnoten, sondern die gesamte Gruppe wird im gemeinsamen Erfolg gemessen.

In den letzten beiden Jahren hat die Feuerwehr mit 15 neuen Bürgerinnen und Bürgern alleine in der Einsatzabteilung und zusätzlich sieben in der Unterstützungsabteilung einen erfreulich hohen Zulauf gehabt. „Es wäre traumhaft, wenn diese Zahlen in diesem Jahr noch getoppt werden könnten.“

Wer Interesse an einer ehrenamtlichen Mitgliedschaft bei der Feuerwehr Mettmann hat und sich über die Arbeit und Grundausbildung bei der Feuerwehr oder zu den Aufgaben der Unterstützungsabteilung informieren möchte, ist eingeladen, an einem Informationsabend teilzunehmen. Diese finden wie folgt statt:

Donnerstag, 31. März, 19.30 Uhr, Feuerwehr-Gerätehaus Obschwarzbach / Bürgerzentrum, Sudetenstraße 1-3
Freitag, 8. April, 18 Uhr, Gefahrenabwehrzentrum / Feuerwehrschule, Adalbert-Bach-Platz 3
Montag, 25. April, 19.30 Uhr, Feuer- und Rettungswache, Laubacher Straße 14 (Eingang über den Übungshof), im 1. OG im Lehrsaal


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