Dienstag | 20. Oktober 2020
 
Mettmann  | 

Musik für die gute Sache: 1000 Euro gespendet.

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Im November 2017 hat der Förderverein für Kirchenmusik und Orgelbau der Gemeinde St. Lambertus die CD "Lobe den Herren" herausgegeben. Sechs Mettmanner Musiker und weitere Ehrenamtler hatten sich dafür engagiert. Nun fließen je 500 Euro an die Tafel und die Wohnungslosenhilfe.

Klaus Gärtner (l.) und Gisela Fleter (2.v.r.) freuten sich üver die Spenden, die (v.l.) Matthias Röttger, Monsignore Herbert Ullmann und Stephan Reh überreichten. Foto: TME

Es ist eine ganz besondere CD, die im November 2017 erschienen ist (Taeglich.ME berichtete). Besonders, weil sich sechs zumindest auf den ersten recht unterschiedliche Mettmanner Musiker dafür engagiert und in unterschiedlichen Konstellationen gemeinsam musiziert haben. Besonders auch darum, weil es ein Benefiz-Projekt ist.

Rund 300 Stück der CD sind mittlerweile verkauft. „Damit sind wir zufrieden“, sagt Regionalkantor Matthias Röttger, der das Projekt initiiert hatte. „Allerdings sind wir damit noch nicht in der Gewinnzone.“ Dennoch wurden nun die ersten Spenden übergeben: jeweils 500 Euro an die Mettmanner Tafel und den Tagestreff der Caritas-Wohnungslosenhilfe. Da der Förderverein für Kirchenmusik und Orgelbau der Gemeinde St. Lambertus halbwegs liquide aufgestellt sei, wolle man bereits jetzt die beiden Einrichtungen unterstützen. „Und ich bin mir ja sehr sicher, dass wir noch viele CDs verkaufen werden“, so Röttger.

Musizierten für den guten Zweck (v.l.): Christian Binde, Annie Laflamme, Constanze Backes, Matthias Röttger, Barbara Reh und Stephan Reh. Entstanden ist eine ganz besondere CD. Foto: Gaby Förster
Musizierten für den guten Zweck (v.l.): Christian Binde, Annie Laflamme, Constanze Backes, Matthias Röttger, Barbara Reh und Stephan Reh. Entstanden ist eine ganz besondere CD. Foto: Gaby Förster

Die Beratungsstelle der Caritas-Wohnungslosenhilfe gibt es seit 1998 – vorher wurde bereits auf dem Lavalplatz eine Suppenküche angeboten. Im Gegensatz zur Fachberatung ist der Tagestreff an der Lutterbecker Straße komplett spendenfinanziert. „Ohne Spenden hätten wir also lediglich ein paar Büros für Beratungsgespräche, mehr nicht …“, macht Einrichtungsleiter Klaus Gärtner klar. In der täglichen Arbeit zeige sich, wie wichtig der Treff ist – er sei ein bisschen Wohnzimmerersatz, es gebe Spinde für persönliche Gegenstände, ein Internetterminal, Kaffee und mittags ein warmes Essen. „Viele der Menschen, die zu uns kommen, sind anfangs sehr scheu“, berichtet Gärtner. Darum sei ein niederschwelliges Angebot wie der Tagestreff so wichtig. „Hier kann jeder hinkommen – ohne Termin und ohne Anmeldung. Hier findet jeder ein offenes Ohr – aber es muss niemand, der nicht möchte, über seine Probleme reden.“ Die Erfahrung zeigt: Nach kurzer Zeit öffnen sich die Menschen und nehmen dann auch gerne die Beratungsangebote der Caritas an. 20 bis 35 Personen nutzen das Tagestreff-Angebot täglich. Rund 20.000 bis 25.000 Euro werden pro Jahr für die Finanzierung benötigt. „Letztes Jahr war es sehr, sehr eng“, sagt Gärtner, der sich darum besonders über die 500-Euro-Spende freute.

Bei der Tafel kommt das Geld gerade recht

„Man rennt sich die Hacken ab, um an Geld zu kommen“, berichtet auch Gisela Fleter, Leiterin der Mettmanner Tafel. Und es gebe immer Unvorhersehbares, wie zuletzt einen Schmorbrand im Kühlhaus. Rund 80 bis 100 Familien kommen zur Ausgabe am Dienstag, 120 im Schnitt am Samstag. Die Versorgung mit Lebensmitteln stehe natürlich im Mittelpunkt, die Tafel sei aber auch Kommunikationszentrum, so Fleter. Die Kunden kommen untereinander ins Gespräch, geben sich Tipps und Ratschläge. Probleme, wie sie aus Essen zu hören waren, gebe es in Mettmann nicht. Durch ein durchdachtes Einlass-System kämen die Kunden immer in kleinen Gruppen und müssten auch nicht vor der Tür warten. Das habe sich sehr bewährt, sagt Fleter.

Neben Constanze Backes (Gesang), Barbara Reh (Gesang und Flöte), Annie Laflamme (Flöte) Christian Binde (Horn) und Matthias Röttger an der Orgel war auch Stephan Reh wesentlich an der Realisierung der CD beteiligt – zum einem am Fagott, zum anderen als Aufnahmeleiter und Tonmeister. Es sei etwas ganz Besonderes, dass sich so hochkarätige Musiker in den Dienst der guten Sache stellen würden – ehrenamtlich unterstützt auch noch von einer professionellen Fotografin (Gaby Förster), einem Grafiker (Matthias Bojar) und einer Künstlerin, die Bilder für das CD-Booklet malte (Tatiana Grichkovets-Schultheis). Das mache Mettmann – und speziell die hochkarätige Mettmanner Musikerszene – so besonders. Recht hat er …


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