Montag | 6. Juli 2020
 
Mettmann  | 

Sommer 2020: Ein etwas anderer Bauspielplatz

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Corona-Regeln müssen eingehalten werden, "denn wir haben die Verantwortung gegenüber den Eltern".

Gabriel Landau, Maira und Johann Janssen (v.l.) arbeiten fleißig an ihrer Bude. Foto: TME

In den letzten Jahren tummelten sich bis zu 220 Kinder gleichzeitig auf dem Bauspielplatz, in diesen Sommerferien dürfen aufgrund von Corona nur 50 Kinder pro Woche zeitgleich auf dem Sportplatz des KHG Buden bauen. Auch dürfen die Kinder nur eine Woche bleiben. „Es gibt 15 Bauplätze, die wir mit jeweils zwei Meter Abstand über Eck angelegt haben, damit wir den Überblick haben“, sagt Markus Kier von der städtischen Jugendförderung. Zwischen zwei und fünf Kinder gehören zu einer Baugruppe. „Sie kommen höchstens aus zwei Haushalten“, erklärt Kier. „Die Kinder müssen die Abstandsregeln einhalten und wenn sie zu uns Betreuern oder anderen Kontakt aufnehmen, müssen sie eine Maske tragen.“ In der Regel würden sich die Kinder gut an die Vorgaben halten: „Sie kennen das ja schon. Nur hin und wieder müssen wir jemand ermahnen.“ Das Mindestalter der Teilnehmer wurde in diesem Jahr von sechs auf acht Jahre hoch gesetzt, damit gesichert ist, dass die Corona-Regeln eingehalten werden. Denn das ist für Kier und sein Team wichtig, „da haben wir Verantwortung gegenüber den Eltern.“

Trotzdem freut sich Markus Kier, dass der Bauspielplatz in diesem Jahr überhaupt stattfinden kann. „Natürlich hatten wir in diesem Jahr mit dem Hygienekonzept viel Vorarbeit zu leisten, aber auch von den Eltern kriegen wir ein positives Feedback.“ Manchmal sei auf dem Bauspielplatz eine Stadt mit Straßen und bis zu 70 Buden entstanden, in diesem Jahr werde es dann wohl eher eine Mini-Stadt.

Schon im zweiten Jahr ist das Motto der Budenstadt aber ein nachhaltiges, diesmal lautet es: „Ökotopia! Wir bauen die Kinderstadt der Zukunft!“ Beim Landesjugendamt, so Kier könne man Fördergelder für ökologische Projekte beantragen. „In diesem Jahr haben wir 15.000 Euro bekommen und konnten auch das Personal um eine Stelle erweitern.“ Zu dem Team auf dem Bauspielplatz gehören neben mehreren Honorarkräften 14 Jugendliche ab 14 Jahren, die ehrenamtlich helfen. „Das Projekt lebt von den Jugendlichen, sie sind total engagiert und zuverlässig. Auch ohne das Team vom Bauhof, das bei Auf- und Abbau hilft und die Hütten am Ende schreddert, würde das Projekt nicht laufen“, betont Kier. Das Holz werde hinterher zu Heizpellets verarbeitet.

Zum Thema Nachhaltigkeit passend gibt es Angebote vom Naturgut Ophoven und von der Naturschutzjugend NRW, die unter anderem das Gießen von Wolfstatzen aus Gips und ein ökologisches Quiz anbietet. Auch Gespräche über Nachhaltigkeit und Globalisierung soll es geben.  Künstler Christoph Kummerow baut mit Kindern an einem Pizzaofen aus Lehmsteinen, mit dem tatsächlich gebacken werden soll, einmal in der Woche wird ein ökologisches Musiktheaterstück aufgeführt und mit dem Öko-Kettcar ohne Motor können Rennen gefahren werden.

Aber vor allem liegen jede Menge Bretter und Paletten bereit, mit denen die Kinder ihre eigenen Buden bauen können. Maira, Gabriel und Johann sind begeistert dabei, die erste Etage ist schon fast fertig, mehrere Zimmer sind zu sehen. „Wir haben auch schon eine Kiste für unsere Rucksäcke und einen Schrank gebaut“, demonstriert Gabriel mit seiner Trinkflasche. „Wir haben viele Ideen, wenn wir es hinkriegen, bauen wir mehrere Etagen.“ Johann berichtet, dass man 50 rostige Nägel in einen ganz langen, neuen eintauschen kann. „Wir haben schon 334 alte Nägel gesammelt“, sagt er stolz. Nur, dass alles am Ende wieder abgerissen wird, findet er „doof“.

„Wir achten natürlich auf Sicherheit, wollen den Kindern aber auch eine größtmögliche Freiheit lassen. Sie sollen bauen, Spaß haben und Kind sein, auch Selbstständigkeit erlernen. Eine fertige Bude ist auch immer ein Erfolgserlebnis“, erläutert Kier abschließend den pädagogischen Nutzen des Angebots. „Wir wollen ihnen in dieser Zeit auch ein bisschen Normalität geben.“

Anmelden können sich Kinder zwischen acht und 14 Jahren unter www.guestoo.de/sommer-ferienbauspielplatz oder direkt vor Ort. Der Bauspielplatz ist sechs Wochen lang täglich von 10  bis 16 Uhr geöffnet, freitags von 10 bis 14 Uhr. Auf der Internetseite findet man auch weitere Kreativangebote des Mehrgenerationenhauses. Neu im Programm ist eine ökologische Familienwanderung rund um Haan, bei der Fragen zur Ökologie richtig beantwortet werden müssen. Hierfür muss man einen Tag vorher einen Termin am Infopoint des Bauspielplatzes absprechen.

 

 


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