Montag | 15. April 2024
 
Mettmann  | 

„Liebe ist Segen“

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Der Segnungsgottesdienst "All you need is love" für alle sich liebenden Paare gestern Abend in Köln wurde auch von der Arbeitsgruppe "Regenbogenkirche für alle" mitvorbereitet.

Gestern Abend in Köln beim Segensgottesdienst dabei: (v.l.n.r) Petra Hermes-Wigge, Andrea Lauer, Gemeindereferentin Ulrike Platzhoff, Pfarrer Herbert Ullmann, Jan-Niklas Niebisch, Emily Birkner. Foto: privat

„Es war wirklich berührend. Die geschätzten über 600 Gottesdienstbesucherinnen und -besucber waren ergriffen von der Stimmung  auf dem Platz vor dem Kölner Dom und der Solidarität, die die Besucher durch ihr Kommen zeigten“, sagt Andrea Lauer. Etliche Mitglieder der Kirchengemeinde St. Lambertus in Mettmann waren gestern der Einladung nach Köln gefolgt. So war auch die AG „Regenbogenkirche für alle “ stark vor Ort vertreten, um „Flagge zu zeigen“. Pfarrer Herbert Ullmann war als normaler Gottesdienstbesucher vor Ort und solidarisierte sich mit der AG „Regenbogenkirche für alle“.

Der Mettmanner Segnungsgottesdienst vom Frühjahr diesen Jahres und dessen Folgen: Erst die Abmahnung  von Pfarrer Ullmann hat letztendlich zu der Idee geführt, einen großen Segnungsgottesdienst in Köln im Schatten des Doms zu feiern, wie Pfarrer Wolfgang F. Rothe, Mitorganisator aus München, den Mettmannern gestern Abend nach der Veranstaltung noch einmal versicherte.

Viele Seelsorgerinnen und Seelsorger, die das Organisationskomitee bildeten, segneten an durch Sonnenblumen gekennzeichneten Orten unterschiedliche Paare . „Dass „Segen Liebe ist“, wie eine Mitorganisatorin während der Feier betonte, rührte zutiefst an“, so Lauer in einer Rückschau. Sie berichtet weiter: „Die musikalische Unterstützung des Kölner Jugendchores St. Stephan unter der Leitung von Chorleiter Michael Kokott rundete das Bild wunderbar ab. Und auch der Mädchenchor des Kölner Doms traf die richtigen Töne und wurde für seinen Mut mit großem Applaus belohnt.“

Der Veranstaltung wurde enorm viel mediale Aufmerksamkeit geschenkt. Im zweiten Teil nach dem Gottesdienst erfolgten noch einige politische Statements, in denen Pfarrer Rothe unter anderem das geltende Kirchenrecht als „diskriminierend und menschenverachtend“ und die zugrundeliegende katholische Sexualmoral als veraltet bezeichnete.

Der Platz vor dem Kölner Dom blieb noch lange gefüllt, viele Menschen kamen in kleinen Grüppchen zusammen, um sich auszutauschen. „Erfüllt und beseelt machten sich die meisten Gottesdienstbesucher erst am späten Abend auf den Heimweg – eine gelungene Veranstaltung, die Mut macht, dass Wandel und Veränderung doch möglich sind in der katholischen Kirche“, befand so auch die Sprecherin der AG „Regenbogenkirche für alle“, Andrea Lauer. „Wir konnten uns heute Abend wieder mit einigen Gruppierungen vernetzten. Das ist wichtig für unsere Arbeit in der Gemeinde und darüber hinaus“.

Mit der Beteiligung beim Pfarrfest in St. Thomas Morus am kommenden Sonntag, 24. September,  (Beginn um 10:30 Uhr nach dem Familiengottesdienst)  durch einen Infostand, Cocktailbar und Kinderkreativität will die Arbeitsgruppe weiter vor Ort Themen wie „Segnung für alle“ und Vielfalt und Offenheit bewerben und dafür einstehen.

Die Planungen für den ökumenischen Segnungsgottesdienst im kommenden Frühjahr werden laut Lauer bald beginnen. „Aber auch das Thema „Diskriminierung von Frauen in der Kirche“ liegt uns am Herzen, so dass wir dies mit einer Veranstaltung  demnächst unter die Lupe nehmen wollen“, so Jan-Niklas Niebisch, Sprecher der AG „Regenbogenkirche für alle“.


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